AKTUELLES

Für ein klimafreundliches Quartier (KliQ) – 50.000 Tonnen CO2-Einsparung angepeilt

Am Donnerstag den 9.9.2021 übergab der Vorstand des gemeinnützigen „Vereins Papageiensiedlung“ auf dem Marktplatz vor dem U-Bahnhof Onkel Toms Hütte sein Konzept für ein „klimafreundliches Quartier“ (KliQ) zur Unterzeichnung durch die zuständige Bezirksstadträtin Maren Schellenberg (Grüne). Vorstandsmitglied Christian Küttner, der das Vorhaben zusammen mit der Berliner Energieagentur maßgeblich geplant hat, sagte dazu: „Wir freuen uns sehr, dass der Bezirk das unterstützen will, denn in Zeiten der Klimakatastrophe und der Wetterextreme zählt jede Tonne Treibhausgase, die eingespart werden kann.“

Das Vorhaben umfasst nicht nur die Papageiensiedlung alias Waldsiedlung Zehlendorf, sondern ein Gebiet bis hin zur Krummen Lanke. Dort sind alle Institutionen vertreten, die für Menschen von der Wiege bis zur Bahre wichtig sind: vom Krankenhaus Waldfriede mit seiner Entbindungsstation über Kitas und Schulen, Sportplätze, die EMA-Kirchengemeinde, das Nahversorgungszentrum im U-Bahnhof bis zum Waldfriedhof Dahlem.

Der Prozess beginnt Anfang 2022 und wird zunächst ein Jahr dauern, mit Option auf Verlängerung. In Zusammenarbeit mit Fachagenturen sollen Bewohner:innen und Beteiligte in mindestens vier Workshops klimafreundliche Maßnahmen zusammentragen. Christian Küttner dazu: „Hier gibt es mehrere Siedlungsteile mit baugleichen oder bauähnlichen Häusern. Wenn man für ein Haus das optimale Energiespar-Modell herausfindet, ist es auf alle anderen Häuser in diesem Gebiet übertragbar. Wenn der Prozess optimal verläuft, ist eine Reduktion von bis zu 50.000 Tonnen CO2 im Jahr möglich. Aber selbst wenn wir nur die Hälfte davon erreichen, wäre das schon ein Riesenerfolg. Unser Ziel ist es, das Quartier bis 2030 klimaneutral zu machen.“

Geprüft werden soll unter anderem die Wärmeversorgung, Wärmedämmung und Installation von Solarmodulen. Des weiteren plant der Verein Papageiensiedlung Informationen und Veranstaltungen zu ökologischem Gärtnern und einer klimafreundlichen Ernährungs- und Lebensweise.

Nachnominierung verschieben

Statement der Mitgliederversammlung des Vereins Papageiensiedlung e.V. vom 29.8.21

In aller Eile wollen Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf und Landesdenkmalamt die Waldsiedlung Zehlendorf für das UNESCO-Weltkulturerbe nachnominieren. Warum plötzlich dieses Tempo vorgelegt wird, konnte uns bisher keine Behörde plausibel erklären. Entsprechende Bewohnerfragen, die unser Verein im Vorfeld der „Bürgerwerkstatt“ am 11.8. eingesammelt hat, wurde weder dort noch sonstwo beantwortet.

Wir befürchten, dass die Nachnominierung mit der geplanten Fusion von Deutsche Wohnen und Vonovia zusammenhängt. Der Chef der Vonovia hat sich öffentlich dazu bekannt, dass das Verfahren noch vor den Berliner Wahlen und dem gleichzeitig stattfindenden Volksentscheid „DW & Co enteignen“ durchgezogen werden soll. Der Status Weltkulturerbe für die DW-Wohnungen in unserer Papageiensiedlung bedeutet dabei wohl eine starke Wertsteigerung für die Aktionär.innen der Vonovia. Aber auch ein Verrat an den ökosozialen Ideen des Architekten Bruno Taut, der sehr bewusst für kleine Leute mit kleinem Portemonnaie bauen wollte, und an dem sozialpolitischen Gefüge der Siedlung.

Wir fordern deshalb die Behörden dringend auf, die Nachnominierung von der geplanten Konzernfusion zu entkoppeln. Es besteht objektiv keinerlei Notwendigkeit, diese jetzt durchzuziehen, zumal Deutschland auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes überproportional vertreten ist und nun vorrangig andere Länder Priorität haben sollten.

Die dadurch gewonnene Zeit sollte für eine echte Bürgerbeteiligung genutzt werden. Bisher hatten die Bewohner.innen so gut wie keine Chance, sich zu Wort zu melden, und wir kennen ihre Meinung nicht. Die Mieter.innen, die die Mehrheit der Bewohner.innen stellen, sind wohl tendenziell gegen den Weltkulturstatus, weil sie Mietsteigerungen befürchten. Einige Hauseigentümer.innen aber setzen auf Wertsteigerungen oder finden, dass Taut diese Würdigung bedingungslos erhalten sollte. Es wäre die Aufgabe der Behörden gewesen, die verschiedenen Stimmen vor, in und nach der „Bürgerwerkstatt“ am 11.8. zu Wort kommen zu lassen. Aber die „Bürgerwerkstatt“ stellte sich als Abfolge von architektonischen Fachvorträgen ohne Fragemöglichkeit heraus und verdiente ihren Namen nicht.

Auch angesichts der mitgehörten skandalösen „Nachbesprechung“ der dafür Verantwortlichen besteht der Verdacht, dass die Behörden das Verfahren nicht ergebnisoffen durchziehen wollen. Wir bestehen stattdessen auf einer echten und umfassenden Beteiligung der Siedlungsbewohner.innen.

Alle blöd?

Stellungnahme zur Nachnominierung unserer Siedlung zum UNESCO-Weltkulturerbe vom Vorstand des Vereins Papageiensiedlung

Am 11.8.2021 haben die Verantwortlichen der „Digitalen Bürgerwerkstatt“ zur Nachnominierung der Waldsiedlung Zehlendorf als UNESCO-Weltkulturerbe ein „Auswertungsgespräch“ geführt – ohne zu realisieren, dass einige Siedlungsbewohner:innen noch zuhören konnten. In diesem internen Gespräch wurde unser Verein als „inkompetent“ und als „Meckerer“ dargestellt. Eine Mitorganisatorin erklärte, Bürgerinitiativen würden häufig „alle in der Verwaltung für blöd“ erklären. Bisher hätten wir als Bürgerinitiative das nie so formuliert. Aber: Wer ist schon so blöd und lässt sich bereitwillig bei der Darlegung seines brüchigen Demokratieverständnisses belauschen?

Von unseren vorab eingereichten 25 Fragen wurden 18 nicht beantwortet, und die Organisator:innen redeten offen darüber, dass auch der Rest nur selektiv beantwortet werden soll. Man solle in den Fragekatalog des Vereins aber „ein bisschen reinschreiben“ und dem Vorstand das Gefühl verleihen, dass er „eine gewisse Rolle spielt“. Wer hält da wen für blöd?

Wir möchten den Behörden auch „ein bisschen reinschreiben“ und weisen darauf hin, dass unser gemeinnütziger Verein

* seit 11 Jahren Denkmalschutz und Klimaschutz zusammenzubringen versucht

* seit über zwei Jahren das Projekt „Klimafreundliche Papageiensiedlung“ voranbringt

* ein denkmalgerechtes Solarkonzept für unsere Siedlung entworfen hat, das mit einem „Solarpreis“ des Landes Berlin ausgezeichnet wurde

* an einem verkehrsberuhigenden Mobilitätskonzept für die Siedlung arbeitet

* ein Unterflurkonzept für das Müllproblem entworfen hat und überprüfen hat lassen

* einen Antrag auf ein energetisches Quartierskonzept auf den Weg gebracht hat, das diese und angrenzende Siedlungen in einem mehrjährigen Prozess klimaneutral stellen soll.

Wir fordern Aufklärung über die Hintergründe, warum die Nachnominierung so eilig durchgezogen werden soll, ohne auf die Bewohnerschaft Rücksicht zu nehmen. Die Sache stinkt! Einer inhaltsleeren Nachnominierung ohne Bezug auf die ökosozialen Ideen von Bruno Taut und Martin Wagner, ohne Mieterschutz, Klimaschutz und echte Bürgerbeteiligung sprechen wir jede Legitimation ab.

Insbesondere interessiert uns:

* Welche Rolle spielt die Nachnominierung für die angestrebte Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen, die laut deren Konzernchefs unbedingt noch vor den Wahlen im September durchgezogen werden soll? Die jetzigen Wohnhäuser der Deutsche Wohnen in der Siedlung würden damit Vonovia zufallen.

* Welche Rolle spielt der Immobilienbesitzer und CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Heilmann? Er war bei der „Bürgerwerkstatt“ und anschließendem „Auswertungsgespräch“ die ganze Zeit dabei, obwohl er nicht zu den Organisatoren gehörte.

* Warum wurde die Deutsche Wohnen bereits vor etwa einem halben Jahr zur Teilnahme auf dem Podium eingeladen, aber keine Mieterinitiative, und unser Verein auch nur in letzter Sekunde?

* Welche Gespräche und Protokolle gab es im bisherigen Prozess der Nachnominierung? Wer war daran beteiligt? Warum waren keine Bürger:innen beteiligt? Was hat das für rechtliche Folgen?

Die Behörden mögen bitte realisieren, dass die Nachnominierung nicht gegen unseren Verein und die Bewohnerschaft durchgesetzt werden kann.

Warum?

Statement von Bruno Taut zur Nachnominierung der Waldsiedlung Zehlendorf für das UNESCO-Weltkulturerbe

Auf Initiative des Bezirks Steglitz-Zehlendorf und des Landesdenkmalamtes Berlin betreibt der Berliner Senat derzeit die Nachnominierung der Waldsiedlung Zehlendorf („Papageiensiedlung“) zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nachdem eine erste Nominierung scheiterte, war es ein Jahrzehnt lang ruhig; nun plötzlich vor den Wahlen lädt das Landesdenkmalamt und die Bezirksbürgermeisterin die Siedlungsbewohner.innen hektisch zu einer „Digitale Bürgerwerkstatt“ am 11. August ein. Dem 2010 gegründeten Nachbarschaftsverein Papageiensiedlung e.V. ist es gelungen, dem maßgeblichen Siedlungsarchitekten Bruno Taut (1880-1938) dazu kurz vor Beginn der Bürgerwerkstatt folgendes Statement zu entlocken:

„Ich fühle mich geehrt, dass meine Siedlungen der sogenannten Berliner Moderne heutzutage als UNESCO-Weltkulturerbe gelten sollen. Das schmeichelt einem Architekten auch posthum. Dennoch möchte ich hinter diesen Prozess Fragezeichen setzen. Vor allem aus drei Gründen.

1) Ich habe die Waldsiedlung von 1926 bis 1932 mit meinen Kollegen Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg gebaut, weil die soziale Wohnungsnot in dieser Zeit unvorstellbar war. Wir wollten, dass auch Menschen mit schmalen Geldbeuteln ihre Kinder in Licht, Luft und Sonne aufwachsen lassen können. Das gelang uns, und dafür nehme ich auch gerne heute noch Ehrungen entgegen. Doch heute verkommt die Papageiensiedlung immer mehr zu einer Reichensiedlung, weil die Kaufpreise für Privathäuser und die Mietpreise der Deutsche Wohnen so exorbitant gestiegen sind. Das ist das Gegenteil dessen, was wir wollten, und lässt uns im Grab rotieren.

Eine restaurierte Fassade allein reicht nicht, auch der Inhalt muss stimmen. Form follows function, wie das Bauhaus zu unserer Zeit so schön formulierte. Wir sind erst dann mit der Nachnominierung einverstanden, wenn Berlin die Bodenpreise ähnlich wie die Mietpreise deckelt, Bodenspekulation erschwert und die Deutsche Wohnen zwingend verpflichtet, dem Gemeinwohl zu dienen anstelle der Maximierung ihrer Rendite via Mietsteigerungen.

2) Mit größter Besorgnis sehe ich, wie sich die Erdatmosphäre überhitzt. Wissenschaftler warnen davor, dass sich die Menschheit um das Jahr 2050 selbst ausrotten könnte, wenn das ungebremst weitergeht. Alle Priorität muss deshalb eem Klima- und Naturschutz gelten – überall. Ich sehe mit Stolz, dass unsere Flachdächer sich für Solarenergie und Gründächer eignen; damit könnte sich die Siedlung für weitere 100 Jahre rüsten.

Die Denkmalschutzbehörden aber verlangen von jedem einzelnen Hausbesitzer zentimetergenaue Anträge zur Errichtung von Solarmodulen. Ich frage mich, wem ein Denkmal nützen soll, wenn es niemand mehr es bewundern kann. Und ich fordere die Denkmalschützer auf: Kämpft lieber gegen die dicken Autos und den Verkehr, der das Gesamtbild viel mehr verunstaltet.

3) Ich war schon immer ein Kämpfer für Frieden und internationale Gerechtigkeit, was man etwa an meinem Projekt „Gläserne Alpen“ sehen kann, und deshalb unterstütze ich auch die Aktivitäten der UNESCO mit ihren Weltkulturerbe-Stätten. Aber es widerspricht meinem Verlangen nach globaler Gerechtigkeit, wenn immer wieder Stätten in Deutschland nominiert und nachnominiert werden. Unser Land ist überrepräsentiert, andere Nationen sind unterpräsentiert. Sie mögen jetzt Vorrang haben und an erster Stelle stehen!“

Sommerakademie auf dem Marktplatz vor Demski

Unterstützt vom Verein Papageiensiedlung und dem Ladenstraßen-Management, lädt eine Initiative junger Künstler:innen zur „Sommerakademie“ zu Ehren von Bruno Taut & Co unter dem Motto „Die Auflösung der Städte oder Die Erde – eine gute Wohnung“ ein. Zeit und Ort: 6.,7. und 14.8. jeweils ab 18 Uhr. Das detaillierte Programm entnehmen Sie bitte dem Menüpunkt „Veranstaltungen“.

Preis für unsere Solar-Aktivitäten

Die Fokusgruppe Solardächer in unserem Projekt Klimafreundliche Papageiensiedlung (KliP) hat für ihre Öffentlichkeitsarbeit einen Preis des Wettbewerbs von „Solar City“ gewonnen. Offizielle Preisverleihung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe war am 15. Juni 2021. Die Jury, darunter Patrick Graichen von der Agora Energiewende, befand unsere „zielgruppengerechte Ansprache auf unterschiedlichen Kanälen vor Ort“ für preiswürdig. Prämiert wurden Projekte, „die zur Nachahmung anregen“.

Zur Fusion von Deutsche Wohnen und Vonovia

Ein Kommentar von Barbara von Boroviczeny, Mieterinitiative Südwest, 31.5.2021

Dieser Deal sollte, wohl auch mit Zustimmung der Aktionäre, für alle Beteiligten (Vonovia , Deutsche Wohnen und die Berliner SPD) ein voller Erfolg werden. Das heißt, die beiden größten im DAX notierten Immobilienkonzerne können ohne Grunderwerbssteuer als Share Deal-Fusion zur europaweit stärksten Marktmacht des Immobiliensektors wachsen – im Hintergrund gestützt und gelenkt von ihrem in beiden Konzernen vertretenen Hauptaktionär Black Rock. Das großzügige Verkaufsangebot von 20 000 Wohnungen an den Berliner Senat ist für die Deutsche Wohnen wohl eher eine Portfoliobereinigung, die meisten Wohnungen liegen wohl in sozialen Problemzonen am Stadtrand, renovierungsbedürftig und nicht besonders ertragreich. Berlins Regierender Bürgermeister und sein Finanzsenator präsentieren das – sicher nicht ohne Gedanken an den Wahlkampf – als großen Gewinn. Wobei sie den möglichen Ankauf und seine Finanzierung kurioserweise mit ähnlichen Argumenten begründen, wie das von ihnen heftig kritisierte Volksbegehren „Deutsche Wohnen und Co. vergesellschaften“: „dauerhafter Nutzen durch Werterwerb“ und „Weiterlaufen der Mieteinnahmen“.

Die über viele Jahre wohnungspolitisch sensibilisierte Stadtgesellschaft wird diese Pläne einer kleinen intimen Runde zur allgemeinen Befriedung des Wohnungssektors wohl kaum als Erfolg werten. Es bleiben zu viele offene Fragen und letztendlich die Überzeugung, dass ein Machtzuwachs der zwei größten börsennotierten Finanzinvestoren auf Dauer noch mehr Einfluss gegeneine gesetzliche Regulierung des Wohnungssektors bedeutet. Ein seinen Aktionären verpflichteter Gigakonzern muss sich naturgemäß in erster Linie immer deren Interessen zu eigen machen.

Synergieeffekte und Verwaltungszentralisierung sind immer nur für die Konzerne von Nutzen. Ein immer undurchsichtiger werdendes Netz von Unternehmensteilen verhindert jegliche Überprüfung der auf Mieten umgelegten Kosten, etwa Betriebs- und Modernisierungskosten. Hierzu gibt es viele Beispiele aus der Vergangenheit. (Ein weiterführender Link zu Vonovia sei hier Interessierten empfohlen: https://www.mvwit.de/vonovia-abrechnungen-nicht-prueffaehig-fehlerhaft-und-ueberhoeht/)

Wenn es politisch wirklich um die soziale Befriedung der Stadtgesellschaft geht, erscheint es mir im Interesse aller Bewohner wichtig, sich noch einmal sachlich mit dem Anliegen des Volksbegehrens „Deutsche Wohnen & Co. vergesellschaften“ zu befassen. Hier sind auf jeden Fall bessere Ansätze zu einer notwendigen sozialen Befriedung zu finden.

Es gehört zwar etwas Mut dazu, sich auf einen noch nie angewandten Grundgesetzartikel (§15) zu stützen, zu dem es bisher keine juristischen Kommentare gibt. Doch eine Überführung des Besitzes großer Immobiliengesellschaften in eine demokratisch verwaltete Anstalt öffentlichen Rechts gegen eine angemessene Entschädigung im Interesse der Allgemeinheit, also keine Verstaatlichung, verspricht auf jeden Fall dauerhaft mehr Sicherheit als die kurzlebigen Versprechen der Partner vom Runden Tisch.

Dorfakademie – bis auf Weiteres jeden Freitag Online

Da unser Nachbarschaftsladen nach dem Großbrand im November 2020 weiterhin unbenutzbar ist und zudem Corona-Beschränkungen zu beachten sind, organisieren wir unsere Veranstaltungen derzeit ausschließlich online über Zoom, und zwar immer am Freitag Abend. Wenn Sie auf unserem Infoverteiler stehen, erhalten Sie automatisch den jeweiligen Zugangslink.

Verwendung der Spenden für die Brandopfer der Lala

Liebe Nachbar.innen,

wir sind wieder einmal sehr stolz auf unsere Siedlung und ihre enorme nachbarschaftliche Solidarität. Nicht nur aus der Nachbarschaft, sondern auch von Händler.innen, Kund.innen und Freund.innen der Lala sowie von Gemeindemitgliedern der EMA sind einige tausend Euro auf dem Spendenkonto für die Brandopfer der Lala zusammengekommen! Die genaue Summe wollen und können wir noch nicht nennen, weil die Spendenaktion ja noch läuft. Etwas weiter unten auf dieser Seite finden Sie das entsprechende Konto bei der EMA.

In einer Besprechung mit Pfarrerin Ute Hagmayer und Heide Wohlers vom Lala-Management sind wir übereingekommen, dass der Großteil der Spenden an die betroffene vietnamesische Familie mit ihren zwei kleinen Kindern gehen soll.

Des weiteren sollen die sechs betroffenen Händler gleichmäßig bedacht werden. Der Verein Papageiensiedlung ist mit seinem Laden zwar ebenfalls betroffen, aber er verzichtet auf einen Spendenanteil.

Denn der Verein hat ja keinen Einkommensausfall und keine verbrannten Werte, er muss wahrscheinlich nur den Teppich und anderes wegen des Brandgeruchs erneuern. Allerdings steht immer noch im Raum, dass der Laden möglicherweise mitsamt der gesamten Nordostzeile abgerissen werden muss.

Wir danken den großzügigen Spender.innen aus vollem Herzen und wünschen allen trotz der widrigen Umstände in diesem Jahr eine friedliche, gesunde und stressfreie Adventszeit!

Großbrand im U-Bahnhof und die Folgen

In der Nacht des 15.November hat ein Großbrand im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte gewütet und ein Teil des Daches sowie mehrere Läden zerstört. Offenbar brach das Feuer in einem Imbiss aus, dort gab es einen Schwer- und mehrere Leichtverletzte.

Glück im Unglück: Unser Laden ist nicht betroffen, obwohl er nur wenige Meter entfernt vom Ausbruch des Feuers lag. Dennoch muss er bis auf Weiteres leider geschlossen bleiben und vielleicht sogar die ganze nordöstliche Zeile abgerissen werden. Die betroffene Zeile ist abgesperrt, das Dach ist womöglich einsturzgefährdet.

Wer den Schwerverletzten, seine Familie und die Inhaber:innen der durch die Brandkatastrophe zerstörten Geschäfte unterstützen will, kann seine Spende auf folgendes Konto überweisen, das die Ernst-Moritz-Arndt Kirchengemeinde freundlicherweise eingerichtet hat. Über die Verteilung der Gelder wird der Verein Papageiensiedlung, der Onkel-Tom-Verein und die EMA-Gemeinde gemeinsam entscheiden.

Spenden auf das Gemeindekonto: 
KKVB (Ev. Kirchenkreisverband Berlin Süd-West) 
bei: Evangelische Bank
BIC: GENODEF1EK1
IBAN: DE79 5206 0410 0803 9663 99 
Verwendungszweck: Brandopfer Ladenstraße

Eine Stele auf dem U-Bahnhof oder anderswo

Stellungnahme des Vereins Papageiensiedlung e.V. zur Petition »Umbenennung des U-Bahnhofs Onkel Toms Hütte«

Die Petition eines von Alltagsrassismus Betroffenen zur Umbenennung des U-Bahnhofs Onkel Toms Hütte verdient unseren Respekt. Weiße wissen nicht, wie sich Alltagsrassismus anfühlt, als andauerndes Unrecht ist er sicher eine große Belastung. Respekt verdient diese Petition auch, weil sie die Wahrnehmung von Nichtbetroffenen sensibilisiert und die Gelegenheit bietet, aufmerksam zu sein und aktiv gegen jede Art von Diskriminierung vorzugehen.

Der Begriff Onkel Tom wird innerhalb der schwarzen Community als Schmähung für überangepasste, unterwürfige Schwarze verwendet, was auf die Figur des Onkel Tom im Roman »Onkel Toms Hütte« von Harriet Beecher-Stowe zurückgeht. Der Name löst deshalb bei vielen Schwarzen andere Gefühle aus als bei vielen Weißen. Allerdings ist die Namensgebung des Bahnhofs und der Straße historisch nicht originär mit dem Roman verknüpft, sondern mit einem Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten Ausflugslokal an der Krummen Lanke, dessen Besitzer Thomas hieß.

Die weltweit geführte Debatte um Rassismus und Black Lives Matter sollte auch bei uns vor Ort stattfinden, schon wegen des Namens »Onkel Toms Hütte«. Sie bietet einen guten Anlass zur Aufarbeitung des Kolonialismus, der als historisches Unrecht bis heute weiter wirkt, die Entwicklung ärmerer Länder zugunsten der sogenannten Ersten Welt verhindert, Armut und rassistische Diskriminierung verstetigt.

Eine Umbenennung des U-Bahnhofs und der Onkel-Tom-Straße wäre allerdings nur eine Tilgung des Namens. Die Bewertung von Personen, die seinerzeit durch eine Straßenbenennung geehrt werden sollten, kann sich im Laufe der Zeit stark verändern. Hier ist auch auf den umstrittenen Namensgeber der Ernst-Moritz-Arndt-Gemeinde in unserer Siedlung hinzuweisen. Namensänderungen können das Gegenteil dessen erreichen, was sie erreichen wollen, nämlich Geschichte entsorgen und unsichtbar machen, statt sie immer wieder zu verlebendigen.

Eine Diskussionsveranstaltung mit AnwohnerInnen von Onkel Toms Hütte halten wir für sinnvoll und erforderlich. Aber die Corona-Regeln lassen eine öffentliche Versammlung derzeit leider nicht zu.

Als Verein unterstützen wir den Vorschlag, im U-Bahnhof, in der Vorhalle oder auf dem Vorplatz eine Stele mit einem aufklärenden Text aufzustellen, der die Geschichte der Namensnennung sachlich darstellt und die antirassistische Intention der Petition unterstreicht.

Als Nachbarschaftsverein ist es uns ein zentrales Anliegen, im Sinne von Bruno Taut ein gedeihliches Miteinander zu fördern. Deshalb greifen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten das Thema Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung in unseren Veranstaltungen auf. Dies haben wir im Hinblick auf Judenverfolgung, Antisemitismus, Antiziganismus und Verfolgung von Sinti und Roma auch schon in der Vergangenheit getan.

Verein Papageiensiedlung, August 2020

Laden wieder eröffnet seit 13. Juni 2020

Für einen Regelbetrieb stehen coronabedingt nicht genügend Betreuer:innen zur Verfügung, fast alle gehören zur Risikogruppe.
Wir können derzeit nur reduzierte Öffnungszeiten von zwei Stunden anbieten, auch das nicht immer regelmäßig. Für Hygienemaßnahmen haben wir gesorgt.
Inzwischen unternehmen wir erste Versuche, wieder Veranstaltungen anzubieten, allerdings ausschließlich im Gemeindesaal der Ernst-Moritz-Arndt-Kirche.
Nachdem der Gemeinde-Kirchenrat zunächst 4 Veranstaltungen genehmigt hat – s. Veranstaltungen – , ist nach dem MusiKino-Abend am 27.11. schon wieder Schluss. Es werden danach bis auf weiteres keine Veranstaltungen mehr zugelassen.