AKTUELLES

Sommerakademie auf dem Marktplatz vor Demski

Unterstützt vom Verein Papageiensiedlung und dem Ladenstraßen-Management, lädt eine Initiative junger Künstler:innen zur „Sommerakademie“ zu Ehren von Bruno Taut & Co unter dem Motto „Die Auflösung der Städte oder Die Erde – eine gute Wohnung“ ein. Zeit und Ort: 6.,7. und 14.8. jeweils ab 18 Uhr. Das detaillierte Programm entnehmen Sie bitte dem Menüpunkt „Veranstaltungen“.

Preis für unsere Solar-Aktivitäten

Die Fokusgruppe Solardächer in unserem Projekt Klimafreundliche Papageiensiedlung (KliP) hat für ihre Öffentlichkeitsarbeit einen Preis des Wettbewerbs von „Solar City“ gewonnen. Offizielle Preisverleihung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe war am 15. Juni 2021. Die Jury, darunter Patrick Graichen von der Agora Energiewende, befand unsere „zielgruppengerechte Ansprache auf unterschiedlichen Kanälen vor Ort“ für preiswürdig. Prämiert wurden Projekte, „die zur Nachahmung anregen“.

Zur Fusion von Deutsche Wohnen und Vonovia

Ein Kommentar von Barbara von Boroviczeny, Mieterinitiative Südwest, 31.5.2021

Dieser Deal sollte, wohl auch mit Zustimmung der Aktionäre, für alle Beteiligten (Vonovia , Deutsche Wohnen und die Berliner SPD) ein voller Erfolg werden. Das heißt, die beiden größten im DAX notierten Immobilienkonzerne können ohne Grunderwerbssteuer als Share Deal-Fusion zur europaweit stärksten Marktmacht des Immobiliensektors wachsen – im Hintergrund gestützt und gelenkt von ihrem in beiden Konzernen vertretenen Hauptaktionär Black Rock. Das großzügige Verkaufsangebot von 20 000 Wohnungen an den Berliner Senat ist für die Deutsche Wohnen wohl eher eine Portfoliobereinigung, die meisten Wohnungen liegen wohl in sozialen Problemzonen am Stadtrand, renovierungsbedürftig und nicht besonders ertragreich. Berlins Regierender Bürgermeister und sein Finanzsenator präsentieren das – sicher nicht ohne Gedanken an den Wahlkampf – als großen Gewinn. Wobei sie den möglichen Ankauf und seine Finanzierung kurioserweise mit ähnlichen Argumenten begründen, wie das von ihnen heftig kritisierte Volksbegehren „Deutsche Wohnen und Co. vergesellschaften“: „dauerhafter Nutzen durch Werterwerb“ und „Weiterlaufen der Mieteinnahmen“.

Die über viele Jahre wohnungspolitisch sensibilisierte Stadtgesellschaft wird diese Pläne einer kleinen intimen Runde zur allgemeinen Befriedung des Wohnungssektors wohl kaum als Erfolg werten. Es bleiben zu viele offene Fragen und letztendlich die Überzeugung, dass ein Machtzuwachs der zwei größten börsennotierten Finanzinvestoren auf Dauer noch mehr Einfluss gegeneine gesetzliche Regulierung des Wohnungssektors bedeutet. Ein seinen Aktionären verpflichteter Gigakonzern muss sich naturgemäß in erster Linie immer deren Interessen zu eigen machen.

Synergieeffekte und Verwaltungszentralisierung sind immer nur für die Konzerne von Nutzen. Ein immer undurchsichtiger werdendes Netz von Unternehmensteilen verhindert jegliche Überprüfung der auf Mieten umgelegten Kosten, etwa Betriebs- und Modernisierungskosten. Hierzu gibt es viele Beispiele aus der Vergangenheit. (Ein weiterführender Link zu Vonovia sei hier Interessierten empfohlen: https://www.mvwit.de/vonovia-abrechnungen-nicht-prueffaehig-fehlerhaft-und-ueberhoeht/)

Wenn es politisch wirklich um die soziale Befriedung der Stadtgesellschaft geht, erscheint es mir im Interesse aller Bewohner wichtig, sich noch einmal sachlich mit dem Anliegen des Volksbegehrens „Deutsche Wohnen & Co. vergesellschaften“ zu befassen. Hier sind auf jeden Fall bessere Ansätze zu einer notwendigen sozialen Befriedung zu finden.

Es gehört zwar etwas Mut dazu, sich auf einen noch nie angewandten Grundgesetzartikel (§15) zu stützen, zu dem es bisher keine juristischen Kommentare gibt. Doch eine Überführung des Besitzes großer Immobiliengesellschaften in eine demokratisch verwaltete Anstalt öffentlichen Rechts gegen eine angemessene Entschädigung im Interesse der Allgemeinheit, also keine Verstaatlichung, verspricht auf jeden Fall dauerhaft mehr Sicherheit als die kurzlebigen Versprechen der Partner vom Runden Tisch.

Dorfakademie – bis auf Weiteres jeden Freitag Online

Da unser Nachbarschaftsladen nach dem Großbrand im November 2020 weiterhin unbenutzbar ist und zudem Corona-Beschränkungen zu beachten sind, organisieren wir unsere Veranstaltungen derzeit ausschließlich online über Zoom, und zwar immer am Freitag Abend. Wenn Sie auf unserem Infoverteiler stehen, erhalten Sie automatisch den jeweiligen Zugangslink.

Verwendung der Spenden für die Brandopfer der Lala

Liebe Nachbar.innen,

wir sind wieder einmal sehr stolz auf unsere Siedlung und ihre enorme nachbarschaftliche Solidarität. Nicht nur aus der Nachbarschaft, sondern auch von Händler.innen, Kund.innen und Freund.innen der Lala sowie von Gemeindemitgliedern der EMA sind einige tausend Euro auf dem Spendenkonto für die Brandopfer der Lala zusammengekommen! Die genaue Summe wollen und können wir noch nicht nennen, weil die Spendenaktion ja noch läuft. Etwas weiter unten auf dieser Seite finden Sie das entsprechende Konto bei der EMA.

In einer Besprechung mit Pfarrerin Ute Hagmayer und Heide Wohlers vom Lala-Management sind wir übereingekommen, dass der Großteil der Spenden an die betroffene vietnamesische Familie mit ihren zwei kleinen Kindern gehen soll.

Des weiteren sollen die sechs betroffenen Händler gleichmäßig bedacht werden. Der Verein Papageiensiedlung ist mit seinem Laden zwar ebenfalls betroffen, aber er verzichtet auf einen Spendenanteil.

Denn der Verein hat ja keinen Einkommensausfall und keine verbrannten Werte, er muss wahrscheinlich nur den Teppich und anderes wegen des Brandgeruchs erneuern. Allerdings steht immer noch im Raum, dass der Laden möglicherweise mitsamt der gesamten Nordostzeile abgerissen werden muss.

Wir danken den großzügigen Spender.innen aus vollem Herzen und wünschen allen trotz der widrigen Umstände in diesem Jahr eine friedliche, gesunde und stressfreie Adventszeit!

Großbrand im U-Bahnhof und die Folgen

In der Nacht des 15.November hat ein Großbrand im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte gewütet und ein Teil des Daches sowie mehrere Läden zerstört. Offenbar brach das Feuer in einem Imbiss aus, dort gab es einen Schwer- und mehrere Leichtverletzte.

Glück im Unglück: Unser Laden ist nicht betroffen, obwohl er nur wenige Meter entfernt vom Ausbruch des Feuers lag. Dennoch muss er bis auf Weiteres leider geschlossen bleiben und vielleicht sogar die ganze nordöstliche Zeile abgerissen werden. Die betroffene Zeile ist abgesperrt, das Dach ist womöglich einsturzgefährdet.

Wer den Schwerverletzten, seine Familie und die Inhaber:innen der durch die Brandkatastrophe zerstörten Geschäfte unterstützen will, kann seine Spende auf folgendes Konto überweisen, das die Ernst-Moritz-Arndt Kirchengemeinde freundlicherweise eingerichtet hat. Über die Verteilung der Gelder wird der Verein Papageiensiedlung, der Onkel-Tom-Verein und die EMA-Gemeinde gemeinsam entscheiden.

Spenden auf das Gemeindekonto: 
KKVB (Ev. Kirchenkreisverband Berlin Süd-West) 
bei: Evangelische Bank
BIC: GENODEF1EK1
IBAN: DE79 5206 0410 0803 9663 99 
Verwendungszweck: Brandopfer Ladenstraße

Eine Stele auf dem U-Bahnhof oder anderswo

Stellungnahme des Vereins Papageiensiedlung e.V. zur Petition »Umbenennung des U-Bahnhofs Onkel Toms Hütte«

Die Petition eines von Alltagsrassismus Betroffenen zur Umbenennung des U-Bahnhofs Onkel Toms Hütte verdient unseren Respekt. Weiße wissen nicht, wie sich Alltagsrassismus anfühlt, als andauerndes Unrecht ist er sicher eine große Belastung. Respekt verdient diese Petition auch, weil sie die Wahrnehmung von Nichtbetroffenen sensibilisiert und die Gelegenheit bietet, aufmerksam zu sein und aktiv gegen jede Art von Diskriminierung vorzugehen.

Der Begriff Onkel Tom wird innerhalb der schwarzen Community als Schmähung für überangepasste, unterwürfige Schwarze verwendet, was auf die Figur des Onkel Tom im Roman »Onkel Toms Hütte« von Harriet Beecher-Stowe zurückgeht. Der Name löst deshalb bei vielen Schwarzen andere Gefühle aus als bei vielen Weißen. Allerdings ist die Namensgebung des Bahnhofs und der Straße historisch nicht originär mit dem Roman verknüpft, sondern mit einem Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten Ausflugslokal an der Krummen Lanke, dessen Besitzer Thomas hieß.

Die weltweit geführte Debatte um Rassismus und Black Lives Matter sollte auch bei uns vor Ort stattfinden, schon wegen des Namens »Onkel Toms Hütte«. Sie bietet einen guten Anlass zur Aufarbeitung des Kolonialismus, der als historisches Unrecht bis heute weiter wirkt, die Entwicklung ärmerer Länder zugunsten der sogenannten Ersten Welt verhindert, Armut und rassistische Diskriminierung verstetigt.

Eine Umbenennung des U-Bahnhofs und der Onkel-Tom-Straße wäre allerdings nur eine Tilgung des Namens. Die Bewertung von Personen, die seinerzeit durch eine Straßenbenennung geehrt werden sollten, kann sich im Laufe der Zeit stark verändern. Hier ist auch auf den umstrittenen Namensgeber der Ernst-Moritz-Arndt-Gemeinde in unserer Siedlung hinzuweisen. Namensänderungen können das Gegenteil dessen erreichen, was sie erreichen wollen, nämlich Geschichte entsorgen und unsichtbar machen, statt sie immer wieder zu verlebendigen.

Eine Diskussionsveranstaltung mit AnwohnerInnen von Onkel Toms Hütte halten wir für sinnvoll und erforderlich. Aber die Corona-Regeln lassen eine öffentliche Versammlung derzeit leider nicht zu.

Als Verein unterstützen wir den Vorschlag, im U-Bahnhof, in der Vorhalle oder auf dem Vorplatz eine Stele mit einem aufklärenden Text aufzustellen, der die Geschichte der Namensnennung sachlich darstellt und die antirassistische Intention der Petition unterstreicht.

Als Nachbarschaftsverein ist es uns ein zentrales Anliegen, im Sinne von Bruno Taut ein gedeihliches Miteinander zu fördern. Deshalb greifen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten das Thema Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung in unseren Veranstaltungen auf. Dies haben wir im Hinblick auf Judenverfolgung, Antisemitismus, Antiziganismus und Verfolgung von Sinti und Roma auch schon in der Vergangenheit getan.

Verein Papageiensiedlung, August 2020

Laden wieder eröffnet seit 13. Juni 2020

Für einen Regelbetrieb stehen coronabedingt nicht genügend Betreuer:innen zur Verfügung, fast alle gehören zur Risikogruppe.
Wir können derzeit nur reduzierte Öffnungszeiten von zwei Stunden anbieten, auch das nicht immer regelmäßig. Für Hygienemaßnahmen haben wir gesorgt.
Inzwischen unternehmen wir erste Versuche, wieder Veranstaltungen anzubieten, allerdings ausschließlich im Gemeindesaal der Ernst-Moritz-Arndt-Kirche.
Nachdem der Gemeinde-Kirchenrat zunächst 4 Veranstaltungen genehmigt hat – s. Veranstaltungen – , ist nach dem MusiKino-Abend am 27.11. schon wieder Schluss. Es werden danach bis auf weiteres keine Veranstaltungen mehr zugelassen.