Auf gute Machbarschaft

Das wunderbare Oya-Magazin
hat einen Text von Ute Scheub über die Nachbarschaftsinitiative veröffentlicht. In der gedruckten Ausgabe noch viel schöner, weil mit vielen bunten Fotos. Erhältlich auch im Bruno Taut Laden

Verbunden durch Farbe

Die Regenboogbuurt in Almere (Niederlanden)

Die Siedlung Regenbogen-Nachbarschaft im niederländischen Almere unweit von Amsterdam fällt durch starke Farben auf, die nicht zufällig an die Papageiensiedlung erinnern. Bevor ihre rund 2000 Gebäude von 1994 bis 1998 gebaut wurden, entwickelte die Gemeinde einen Farbplan. Sie ließ sich dabei von Bruno Taut inspirieren – vor allem von seinen beiden Siedlungen in Zehlendorf und in Britz. Der Arbeitstitel lautete damals „Kleurenbuurt“, „Farbennachbarschaft“. Eine „Farbnachbarschaft“ oder Farbenverbundenheit ist auf diese Weise auch zwischen der niederländischen Regenbogen-Nachbarschaft und der deutschen Onkel-Tom-Siedlung entstanden.

Der Architekt Sjoerd Soeters entwarf für die Regenbogensiedlung ein Projekt namens „Rhapsody in Blue“, das mit diversen Farbtönen zwischen tintenblau und weiß spielt. Peter Drijver entwickelte die „Baumgartenwohnungen“, ein Quartier mit einem prächtigen Innengarten und Obstbäumen. Liesbeth van der Pol erbaute „Klein India“ mit Wohnungen in rot und hellrot sowie blau und himmelblau. Selbst die Bepflanzung des Quartiers folgte einem Farbenplan: Vor den gelben „Tower Houses“ stehen gelbblättrige Bäume, im „Indigohof“ mit seinen blauen Häusern befinden sich blaublühende Fliederbüsche, und längs zweier Straßen mit Terracotta als Hauptfarbe wurden Kirschbäume gepflanzt.

Wie auf dem niederländischen Wikipedia-Eintrag zu lesen ist, haben die Erbauer auch den öffentlichen Teil der Siedlung sorgfältig geplant. Es gibt Sitzbänke und Straßenlaternen in mattschwarz, und die Gemeinde Almere ließ 12 Kilometer schwarze Züne zur Unterscheidung zwischen privatem und öffentlichem Grund aufstellen. Selbst die Straßen in der Regenbogen-Nachbarschaft tragen Farbnamen wie „Orangegelbstraße“ oder „Aquamarinstraße“.

Den Menschen in Regenboogbuurt scheinen die bunten Farben sehr zu gefallen. Eine Anwohnerinitiative hat ein Manifest entworfen, das nunmehr von der Politik fordert, ihre Siedlung unter Schutz zu stellen. Unterschrieben wurde es von mehr als 150 Architekten und Einwohnerinnen. Auch Ortsfremde aus Berlin und anderswo können es hier unterzeichnen.

Danke für Ihre Unterstützung

Liebe Nachbarn, Freundinnen und Besucher!

Ein ereignisreiches Jahr, auch für uns vom Verein Papageiensiedlung, geht zu Ende.

Es begann durch Ihre Unterstützung bei der dreimonatigen Renovierung dieses Ladens in ehrenamtlicher Arbeit.

Seit unserem Einweihungsfest am 20. März 2015 haben wir vier Ausstellungen realisiert, Konzerte, Filmvorführungen, Info-Veranstaltungen, Vorträge und das monatliche Gesprächs- und Tauschforum TautPapagei sowie den Büchertausch angeboten.

Unsere Räume wurden von der Energieberatung des Verbraucherschutzes, der Initiative Nachbarn helfen Nachbarn vom Mittelhof, der Gruppe Zehlenwandel und für den Deutsch-Unterricht für Flüchtlinge in Zusammenarbeit mit der Ernst-Moritz-Arndt-Gemeinde genutzt.

Wir blicken zurück auf viele bereichernde Begegnungen, interessante Gespräche und freuen uns darüber, neue Mitglieder und Unterstützerinnen gewonnen zu haben.

Für Ihr Interesse und Ihre Anteilnahme bedanken wir uns. Wir sind weiterhin neugierig auf Ihre Anregungen und Beiträge zu unserem gemeinsamen Anliegen, hier einen Ort des Austausches zu etablieren und vielfältige Impulse zur Weiterentwicklung der Ladenstraße als Herzstück der Siedlung aufzunehmen und weiterzugeben.

Auch im kommenden Jahr wollen wir wieder viele Gelegenheiten schaffen, auf angenehme Weise miteinander ins Gespräch zu kommen!

Wir wünschen Ihnen allen erholsame Weihnachtsfeiertage und ein friedliches neues Jahr 2016!

Ihr Verein Papageiensiedlung

Muss das sein?

Gedanken von Barbara von Boroviczeny und anderen Mietern zur denkmalgerechten Wiederherstellung der Grünanlagen in der Onkel-Tom-Siedlung an der Nordseite der Argentinischen Allee

Anlässlich des seit November 2014 stattfindenden totalen Kahlschlags – angekündigt waren Rodung von Gehölz und geschädigten Bäumen – , den die Mieter in diesem Ausmaß nicht erwartet hatten und der sie erschreckt, hier folgende Anmerkungen:

Schon im März 2014, eigentlich zu spät für diese Aktion, wurden alle bereits blühenden Forsythiensträucher für den Gerüstbau zur denkmalgerechten Fassadenrenovierung gerodet und gleichzeitig den Mietern durch einen Aushang mitgeteilt, dass sie binnen weniger Tage ihre Balkons zu beräumen hätten. (Erst nach Anfrage wurde klar, dass man allerdings erst im Mai/Juni mit den Arbeiten beginnen würde). Das zog sich bis in den Spätherbst hin. Im November folgte dann das Grünmassaker und es stellt sich die Frage:

Sollte man Grünen Denkmalschutz heute noch 1:1 umsetzen?

Zur Bauzeit des hier besprochenen Siedlungsabschnitts – also 1930 – begann unmittelbar am Holzungsweg der Grunewald.

Seit den 50er Jahren wurde der Wald durch die Errichtung einer Siedlung für die amerikanischen GIs g stark zurückgedrängt. Später und insbesondere in den letzten Jahren fielen Dutzende Bäume, unter anderen alte gesunde Wald-Kiefern und Birken, einer verdichtenden Luxusbebauung mit viel Flächenverbrauch für wenig Menschen zum Opfer. Aus der Argentinischen Allee wurde mittlerweile eine viel befahrene Verkehrsader mit erhöhter Feinstaubdichte und Lärmbelastung.
Kann man diese Umweltfaktoren einfach ignorieren, die zur Bauzeit noch keine Rolle gespielt haben?

Dazu: Zitat aus einem Artikel des Umweltbundesamts von 2012: „…gebäudenahe Vegetationsstrukturen tragen dazu bei, sommerliche Hitzebelastungen zu reduzieren und verbessern die lufthygienische Situation durch Filterung von Schadstoffen und Stäuben. Sie erhöhen die Qualität des Wohnumfelds und damit die Lebensqualität der Bewohner…“

Wenn man jetzt den Bewohnern jegliche Abschirmung durch die komplett gerodeten Hecken und Sträucher auch an den von der Straße wegführenden Wegen zu den Eingängen nimmt, wie es die Planung zur Bauzeit ausweist, verschlechtert das nicht nur erheblich die Wohnqualität für die menschlichen Bewohner, es führt auch zur Austrocknung der Böden, die ja nicht bewässert werden.

Die während der vergangenen Jahre durch Billigfirmen schlecht gepflegten Grünanlagen hatten wenigstens den Vorteil, dass hier ein Biotop entstand und zahlreiche Vogelarten (z. B. Bunt- und Grünspechte, Eichelhäher, Amseln, Kleiber, Rotkehlchen, Nebelkrähen, mehrere Meisenarten, Türkentauben und Scharen von Spatzen ) sowie die immer weniger werdenden Eichhörnchen heimisch waren. Die radikale Abholzung vernichtet jetzt Nistplätze und Nahrungsangebot der Tiere.

Was bei der bereits durchgeführten und teilweise belobigten denkmalgerechten Umgestaltung der Vorgärten in der Wilskistraße noch möglich war, (schließlich gibt es dahinter Gärten), ist so kaum auf die nördliche Argentinische Allee übertragbar.

Die Bewohner schätzen durchaus das denkmalschützerische Engagement der Vermieter, hätten allerdings einen grünen Denkmalschutz mit Augenmaß erwartet, zumal das damalige sehr karge Konzept von Migge und Willings-Göhre sich zum Teil auch aus der Finanzlage in der Weimarer Republik erklärt.

Deshalb hier der Appell vieler Mieter für:
den Erhalt noch vorhandener Sträucher und Gehölze
eine sinnvolle Nachpflanzung von Bodendeckern und Büschen
und damit den Erhalt des Lebensraums für Kleinfauna, Vögel und sonstiges hier heimisches Getier und schließlich auch
für Rücksichtnahme auf die Lebensqualität der menschlichen Bewohner.
Die Rekonstruktion der Architekturästhetik und Außenraumgestaltung von damals sollte heute nicht am Natur- und Umweltschutzgedanken vorbei geplant werden.
Mieter der “Onkel-Tom”- oder auch „Papageiensiedlung“


BVV: Verkehrsführung im Hochsitzweg neu verhandeln

Nach vielfältigen Protesten der Anwohner und auf Initiative der Grünen hat zuerst der Bezirksverkehrsausschuss und danach die BVV Steglitz-Zehlendorf am 15. Oktober 2014 mit Unterstützung aller Fraktionen Folgendes beschlossen:

„Das Bezirksamt wird ersucht, die geänderte Parkregelung im Hochsitzweg ergebnisoffen zu überprüfen. Dabei soll gemeinsam mit den Anwohnern vor Ort und der Behindertenbeauftragten des Bezirks eine Regelung gefunden werden, die sowohl die Nutzung des Gehwegs durch Rollstühle als auch die vormals bestehende “Entschleunigung” des Verkehrs ermöglicht.

Begründung:
Die Veränderung der Parkregelung im Hochsitzweg hat zur Folge, dass die Durchfahrt deutlich ungehinderter und gerade möglich geworden ist. Dies führt sowohl zu einer höheren Durchfahrtgeschwindigkeit, macht aber insbesondere den Hochsitzweg als “Abkürzung” von und zur Onkel-Tom-Straße attraktiver. Dies sollte durch die geschaffene Parkregelung im Jahre 1998 verhindert werden. Durch die nunmehrige Änderung der Parkordnung wurde der Zweck der damaligen Regelung unnötigerweise aufgehoben.“

Unser Verein Papageiensiedlung, der sich seit vielen Jahren für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Siedlung engagiert, begrüßt den BVV-Beschluss ausdrücklich. Allerdings gibt es bis heute keine Informationen, wie die beschlossene Einbeziehung der Anwohner konkret aussehen soll.

Die Sache ist dringlich, da der Hochsitzweg durch die unsinnige Aufhebung der alten Verkehrsberuhigung von 1998 vor allem von nichtanwohnenden Autofahrern wieder als „Rennstrecke“ benutzt wird.

Die Folgen sind

  • eine Zunahme von schwereren Unfällen
  • eine Gefährdung der vielen Schulkinder, die den Hochsitzweg als Schulweg nutzen
  • das Ausweichen von Radfahrern, die sich durch die Neuregelung gefährdet sehen, auf die Gehwege, die sie nun in beiden (!!) Richtungen befahren.

Proteste gegen neue Verkehrsführung im Hochsitzweg

Anfang Juli ist die Verkehrs- und Parkordnung im Hochsitzweg geändert worden, weil ein Rollstuhlfahrer sich beim Amt beschwerte, dass er den nördlichen Gehweg nicht benutzen könne. Das Ordnungsamt beruft sich bei dieser Maßnahme auf die Gleichstellung von Behinderten und behauptet, die neue Parkordnung würde den Verkehr nicht beschleunigen.

Selbstverständlich begrüßen wir die Gleichstellung von Behinderten. Unseres Erachtens hat die neue Parkordnung damit aber nichts zu tun und befördert diese auch nicht. Das Ordnungsamt stellt sich auf den Standpunkt, es fehlten 10 Zentimeter an der formal vorgeschriebenen Pflasterungsbreite von 110 Zentimetern. Diese Rechnung stimmt allerdings nur dann, wenn man den unbefestigten Randstreifen nicht hinzuzählt. Der nördliche Bürgersteig ist im Gegensatz zum durchgängigen südlichen aber eh für Behinderte ungeeignet, weil alle 50 Meter Bordsteine überwunden werden müssen. Zudem gibt es weder für Unbehinderte noch für Behinderte in jedem Fall und unter allen Umständen ein Recht auf Benutzung beider Bürgersteige. Wenn das so wäre, müsste die Parkordnung in sämtlichen kleinen und engen Straßen von Berlin geändert, was wahrscheinlich mächtig Unruhe schaffen würde.

Auch im Hochsitzweg endet die neuverfügte Parkordnung jäh an der Einmündung Lappjagen. Das Ordnungsamt schrieb, dass es erstmal abwarten will, bis sich „der Wirbel gelegt“ hat. Dann will es die dortigen verbliebenen Grünflächen auf dem Bürgersteig befestigen oder pflastern lassen und auch dort die ihm genehme Verkehrsführung durchsetzen.

Vor etwa 15 Jahren hat der damalige Bezirksbürger Klaus Eichstädt die von uns Anwohnern geforderte Verkehrsberuhigung autorisiert. Wir haben sie initiiert, weil – anders als vom Ordnungsamt behauptet – die frühere Verkehrsführung sehr wohl dazu geführt hat, dass der Hochsitzweg zur „Rennstrecke“ wurde.

Vor allem spielende Kleinkinder sowie Kinder und Jugendliche auf ihren verschiedenen Schulwegen wurden dadurch gefährdet. Diese von unserer Rechtsordnung vorgeschriebene Güterabwägung hat das Ordnungsamt aber nicht oder nur unzureichend vorgenommen. Hier wird das praxisfremde Recht eines Einzelnen über das Recht aller anderen Siedlungsanwohner gestellt.
Der Verein Papageiensiedlung wird sich deshalb an den Bürgermeister, alle Fraktionen in der BVV und den Petitionsausschuss wenden mit der Bitte, den alten Zustand wiederherzustellen, und er wird stellvertretend für die Anwohner Widerspruch einlegen.

Eine neue Berliner Mauer - an der Truman Plaza

Zugunsten von Stofanel mauert das Bezirksamt Kinder und Jugendliche ein

Wir haben uns in unserer Dokumentation nur mit der Vorderseite der Neubebauung der Truman Plaza entlang der Clayallee durch die Firma Stofanel befasst und dabei die einseitige und rechtswidrige Bevorzugung der Interessen des Investors durch das Bezirksamt und die hinter ihm stehende Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung kritisiert.

Das gleiche Bild zeigt sich inzwischen drastisch auch auf der Rückseite an der Marshallstraße hinsichtlich der Wohnbebauung Stofanels für Reiche. Den Bezirksamt war von Anfang an bewusst, dass es im Hinblick auf die gegenüberliegende Jugendfreizeiteinstätte mit entsprechenden Außenspieleinrichtungen zu Lärmbeeinträchtigungen zukünftiger Bewohner kommen muss, wenn vom Investor geplante Wohnhäuser direkt gegenüber errichtet werden.

Statt die Fa Stofanel zu veranlassen, diese nur in der erforderlichen Entfernung zu errichten und gegebenenfalls Lärmschutzanlagen auf ihrem Grundstück zu planen, war die Devise des Bezirksamts von vornherein: Wenn Schallschutzanlagen erforderlich sind, dann nicht bei Stofanel, sondern auf dem Gelände der Jugendfreizeiteinrichtungen durch 5 m hohe Schallschutzwände: „Unter der Annahme, dass drei Lärmschutzwände in einer Höhe von 5 m errichtet werden, kommt es im allgemeinen Wohngebiet auf der “Truman Plaza“ nur zu geringfügigen Überschreitungen des Imissionsrichtswerts von 55 DBA“; auf der Trman Plaza selbst ständen derartige Lärmschutzmaßnahmen „ der städtebaulichen Zielstellung eines sich gegenüber der Umgebung baulich öffnenden Geländes entgegen (Begründung zum Bebauungsplan S. 51 f.).

Da aber tatsächlich weder der Bebauungsplan, noch der städtebauliche Vertrag den gesetzlichen Lärmschutzbestimmungen entsprechende Regelungen enthält, hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung dies als mangelnde Konfliktbewältigung des Lärmproblems beanstandet: Die Abwägung der dazu vorgebrachten Einwendungen sei „ in ihrer die Problematik völlig verkennenden Kürze nicht nachzuvollziehen;“ es sei „keine Auseinandersetzung erkennbar (Abwägungsausfall).“ Es müsse zu den erforderlichen Planänderungen mindestens eine eingeschränkte Bürger-und Behördenbeteiligung durchgeführt werden.

Daher ist der Bebauungsplan auch aus diesem Grunde immer noch nicht festgesetzt. Aber die Baugenehmigungen sind ja längst erteilt und das unmittelbar gegenüber der Jugendfreizeitstätte geplante Wohnhaus ist schon errichtet. Welche Farce auch hier!

Da dem Bezirksamt bei dieser Lage natürlich kein anderer Ausweg mehr blieb, sind die Kinder und Jugendlichen inzwischen mit den 5 m hohen Lärmschutzwänden eingemauert, wie jedermann auch aus der Tagespresse erfahren konnte. Die ungewöhnlich Höhe, Lärmschutzwände sind gewöhnlich nur bis zu 3 m hoch, beruhtt darauf, dass auch die zukünftigen Bewohner der Obergeschosse des nächstgelegenen Stofanelhauses geschützt werden müssen.

Im übrigen handelt es sich offenkundig um eine grobe Verunstaltung des Orts- und Straßenbildes, die gegen das bauordnungsrechtliche Verunstaltungsverbot verstößt.


Neues von der Truman Plaza

Das städtebauliche Monstrum steht weiterhin unentgeltlich teilweise auf stadteigenem Grund

Wir haben in unserer Dokumentation ausführlich dargestellt, dass das Bezirksamt im Übereifer zu Gunsten des Investors, der Firma Stofanel, baurechtswidrig am 10. April 2012 die Genehmigung zur Bebauung der Truman Plaza auf zwei verschiedenen Grundstücken genehmigt hat, nämlich auch auf dem stadteigenen 6.030 qm umfassenden Streifen entlang der Clayallee. Dies geschah im Vertrauen darauf, dass die Firma Stofanel alsbald ihren Verpflichtungen aus dem städtebaulichen Vertrag zum Erwerb dieses Streifens zum Verkehrswert nachkommt.

Aufgrund der Beantwortung einer präzisen – nicht zuletzt auf unseren Recherchen beruhenden- großen Anfrage der SPD-Fraktion musste das Bezirksamt durch die Stadträtin Markl-Vieto (Grüne) in der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 19. März 2014 einräumen, dass dieser Zustand fortbesteht. Der Investor weigert sich nach wie vor, den Streifen für den von der Finanzverwaltung geschätzten Verkehrswert für Bauland zu erwerben. In Rede stehen mindestens 1,8 bis 2,4 Millionen €.

Infolge der rechtswidrigen Erteilung der Baugenehmigung ohne jegliche Absicherung nutzt Stofanel also seit zwei Jahren weiterhin unentgeltlich das stadteigene Gelände zu lukrativen geschäftlichen Zwecken. Das Bezirksamt hat bisher auch nicht einmal versucht, dafür zumindest ein Nutzungsentgelt gegenüber Stofanel durchzusetzen.

Jeder und jede kann sich vorstellen, wieviele Zehlendorfer Schulen oder andere öffentliche Gebäude damit hätten instandgesetzt werden können.
Peter v. Feldmann

Dokumentation des Bauvorhabens Truman Plaza

Unsere Vereinsmitglieder Peter von Feldmann, Richard Röhrbein und Rudolf Hellmann haben in einer 42-seitigen Dokumentation auf akribische Weise die zahlreichen städtebaulichen und architektonischen Fehlplanungen beim Bauvorhaben Truman Plaza festgehalten. Untertitel: “Erfahrungen von Fachleuten, die auszogen, sich als Bürger an der Planung zu beteiligen”.

Die scheußliche Bebauung der Truman Plaza hat die schwarz-grünen Zählgemeinschaft in der BVV Steglitz-Zehlendorf so unbedingt gewollt, dass sie fest die Augen davor verschloss, was sie sich damit an Land zog. “Ein destaströses Bauergebnis”, muss der CDU-Bezirkspolitiker Torsten Hippe heute zugeben, damals war er einer der größten Baubefürworter und Drängler.

Die Dokumentation können Sie hier herunterladen:

Dokumentation


Vorschläge zur Fenstersanierung

Am Dienstag den 29.Oktober 2013 kamen 50 Personen in die Bruno-Taut-Galerie, um dem Vortrag des Tischlermeisters und Sachverständigen Dirk Sommer zur Bedeutung und fachgerechten Sanierung von Kastendoppelfenstern zu lauschen. Erst um 20 Uhr verließen die letzten Gäste die Galerie.

Der Aktionskreis Energie wird als nächstes die Heizkosten in der Siedlung auswerten für jene Anwohner, die ihre Abrechnung zur Verfügung stellen, und gezielte Beratung zu einzelnen Fachthemen rund um die Sanierung
anbieten.

Der Vortrag von Herrn Sommer finden Sie auf der Seite des AK-Energie

Zusammenfassend kann gesagt werden: Kastenfenster sind schön und
praktisch, sie stellen eine erhaltenswerte Handwerkskunst da und können
auf ein Niveau eines neuen Fensters saniert werden.

Am Rande der Veranstaltung kam der Vorschlag auf, eine
Sammelausschreibung für die Fenstersanierung zu erproben. Die Idee ist,
dass eine Fachperson eine Ausschreibung für eine Gruppe interessierter
Hauseigentümer durchführt. Das hat für den Einzelnen den Vorteil, einen
besseren Preis und sachkundige Begleitung zu bekommen, und für die
anbietenden Firmen lohnt es sich eher. Bei zehn und mehr
teilnehmenden Hausparteien sind interessante Angebote zu erwartenWenn dann
diese Arbeiten auch noch fachkundig abgenommen werden, wäre das eine
rundum gute Sache und beispielgebend für andere.

Hier ein Link zu den Förderbedingungen der KfW

Eine Zusammenfassung der einzelnen Sanierungsschritte bei einem Fenster
finden Sie in der Broschüre des Aktionskreises, die in der Galerie
ausliegt.

Energiewende konkret

Über 50 Siedlungsbewohner, Nachbarinnen und Architekten haben sich am 13. August vor dem Haus am Fuchspass 35 versammelt, um eine gelungene energetische Sanierung zu begutachten. Eingeladen hatte der Aktionskreis Energie zusammen mit dem Verein Papageiensiedlung e.V. auf Anregung des Architekten Christoph Deimel. Die dort lebende Familie ermöglichte den Versammelten einen Rundgang durch ihr Haus.

Der Aktionskreis organisiert Veranstaltungen rund um die Gebäudesanierung und insbesondere Führungen zu gelungenen Beispielen. „Von einander lernen und Vertrauen schaffen“, so Peter Schrage-Aden vom Vorstand, sind die besten Voraussetzungen für eine gelungene Sanierung. Das Verhältnis zum Architekten sei vergleichbar mit dem zu seinem Arzt, man sollte sich gut aufgehoben fühlen.

Der Energieverbrauch des Reihenhauses in der denkmalgeschützten Siedlung wurde um 60% auf 54 kWh pro m² und Jahr gesenkt. Ein durchschnittliches Wohngebäude benötigt 170 kWh.

Erreicht wurde dieses durch den Einbau einer Innendämmung von durchschnittlich 6 cm, der Dämmung des Daches und der Kellerdecke und Sanierung der Fenster. Beheizt wird das Haus über eine Wandheizung in den Innenwänden. Damit auch ausreichend frische Luft ins Haus kommt und sich kein Schimmel bildet, wurde eine über die Raumfeuchte gesteuerte Lüftungsanlage eingebaut. Aus baulichen Gründen musste auf eine Wärmerückgewinnung verzichtet werden. Weitere Informationen und einen Gebäudesteckbrief sind auf der Internetseite des AK Energie zu finden.

Im Anschluss an die Führung wurde in der Bruno-Taut-Galerie in der Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte weitere Erfahrungen ausgetauscht. Vereinbart wurde, dass weitere Besichtigungen in der Siedlung an anderen Beispielen angeboten werden.

Wer eine gelungene Sanierung vorstellen möchte, kann sich an den AK Energie wenden. Der besondere Schwerpunkt Fenstersanierung wird in einer Veranstaltung im Herbst behandelt werden.

Der AK bietet den Bewohnern der Bruno-Taut-Siedlung zudem an, ihre Energierechnungen auszuwerten und den spezifischen Verbrauch zu ermitteln. Nur wer weiß, wie viel er oder sie an Energie verbraucht, kann auch richtig handeln, ist die Botschaft.
Peter Schrage-Aden (Klimabeauftragter des Bezirks, AK Energie)
Weitere Informationen:
www.ake-ev.de eMail: Kontakt@ake-ev.de


Über 50 Siedlungsbewohner, Nachbarinnen und Architekten haben sich am 13. August vor dem Haus am Fuchspass 35 versammelt, um eine gelungene energetische Sanierung zu begutachten. Eingeladen hatte der Aktionskreis Energie zusammen mit dem Verein Papageiensiedlung e.V. auf Anregung des Architekten Christoph Deimel. Die dort lebende Familie ermöglichte den Versammelten einen Rundgang durch ihr Haus.

Der Aktionskreis organisiert Veranstaltungen rund um die Gebäudesanierung und insbesondere Führungen zu gelungenen Beispielen. „Von einander lernen und Vertrauen schaffen“, so Peter Schrage-Aden vom Vorstand, sind die besten Voraussetzungen für eine gelungene Sanierung. Das Verhältnis zum Architekten sei vergleichbar mit dem zu seinem Arzt, man sollte sich gut aufgehoben fühlen.

Der Energieverbrauch des Reihenhauses in der denkmalgeschützten Siedlung wurde um 60% auf 54 kWh pro m² und Jahr gesenkt. Ein durchschnittliches Wohngebäude benötigt 170 kWh.

Erreicht wurde dieses durch den Einbau einer Innendämmung von durchschnittlich 6 cm, der Dämmung des Daches und der Kellerdecke und Sanierung der Fenster. Beheizt wird das Haus über eine Wandheizung in den Innenwänden. Damit auch ausreichend frische Luft ins Haus kommt und sich kein Schimmel bildet, wurde eine über die Raumfeuchte gesteuerte Lüftungsanlage eingebaut. Aus baulichen Gründen musste auf eine Wärmerückgewinnung verzichtet werden. Weitere Informationen und einen Gebäudesteckbrief sind auf der Internetseite des AK Energie zu finden.

Im Anschluss an die Führung wurde in der Bruno-Taut-Galerie in der Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte weitere Erfahrungen ausgetauscht. Vereinbart wurde, dass weitere Besichtigungen in der Siedlung an anderen Beispielen angeboten werden.

Wer eine gelungene Sanierung vorstellen möchte, kann sich an den AK Energie wenden. Der besondere Schwerpunkt Fenstersanierung wird in einer Veranstaltung im Herbst behandelt werden.

Der AK bietet den Bewohnern der Bruno-Taut-Siedlung zudem an, ihre Energierechnungen auszuwerten und den spezifischen Verbrauch zu ermitteln. Nur wer weiß, wie viel er oder sie an Energie verbraucht, kann auch richtig handeln, ist die Botschaft.
Peter Schrage-Aden (Klimabeauftragter des Bezirks, AK Energie)
Weitere Informationen:
www.ake-ev.de eMail: Kontakt@ake-ev.de


Die Kiezhütte ist tot - es lebe die Kiezhütte

Das dreiköpfige Verhandlungsteam – Monika Lentz, Klaus Kühn und Ute Scheub – hat in mehreren Runden mit dem Sparkassen-Vermieter Urbanis verhandelt. Dabei wurden uns bei vier verschiedenen Gelegenheiten vier verschiedene Statements gegeben, ob und wo die ehemalige Sparkasse Asbest enthält. Zuerst hieß es: an einer Stelle, dann: gar nirgends, dann: an zwei Stellen, und schließlich: Eine Asbestsanierung sei 1995 schlecht durchgeführt worden, 200 Quadratmeter des Bodens enthielten Asbeststaub, im Baugerüst, an der Decke und mehreren Stellen im Raum sei Asbest enthalten. Urbanis deutete zwar an, zu einer nochmaligen Sanierung bereit zu sein, wurde aber aus einem zweiten Grund hier nicht konkreter.

Denn das zweite Problem, das uns erst bei den Verhandlungen enthüllt wurde, war das Panzerglas der Fenster. Das Gebäude lässt sich nicht lüften bzw. nur über die teure überdimensionale Klimaanlage, die ständig laufen muss. Der Urbanis-Geschäftsführer sagte uns schließlich, dass ein anderer Bewerber, der im Gebäude irgendwas mit Kindern und Bewegung veranstalten wolle, den Zuschlag erhalte, weil er im Gegensatz zu uns nichts am Panzerglas ändern wolle…

Damit war die Sache geplatzt. Wir waren sehr verärgert, zumal uns Urbanis diese Informationen schon viel früher hätte gegeben können – der ganze zeitaufwendige, ausschließlich ehrenamtlich geleistete Prozess der Projektentwicklung für diesen speziellen Ort war umsonst, einschließlich der Planungsarbeit des Architekten Fuls.

Andererseits waren wir aber auch erleichtert. Denn dieses Gebäude trägt viel mehr Risiken in sich, als wir am Anfang geahnt haben. Es wäre womöglich ein Grab geworden für unser aller Geld. Es hätte bei dem ganzen Projekt unverhältnismäßig viel ausgegeben werden müssen für Umbauten und vielleicht am Ende dann auch für eine nochmalige Asbestsanierung. Das alles hätten wir nicht verantworten können.

Das alles ist sehr schade, zumal wir in der politischen Unterstützung des Projektes sehr weit gekommen sind. Wir haben in kürzester Frist Zusagen in Höhe von rund 27.000 Euro gesammelt – das soll uns jemand mal nachmachen! Der Bezirksbürgermeister stand hinter uns, die Wirtschaftsförderung des Rathauses, der Wirtschaftsausschuss der BVV. Sie alle, auch Urbanis, zeigten sich deutlich beeindruckt von der breiten nachbarschaftlichen Unterstützung des Projektes.

März 2013. Das dreiköpfige Verhandlungsteam – Monika Lentz, Klaus Kühn und Ute Scheub – hat in mehreren Runden mit dem Sparkassen-Vermieter Urbanis verhandelt. Dabei wurden uns bei vier verschiedenen Gelegenheiten vier verschiedene Statements gegeben, ob und wo die ehemalige Sparkasse Asbest enthält.

Damit war das Projekt Kiezhütte an diesem Ort geplatzt. Wir waren sehr verärgert, zumal uns diese Informationen schon viel früher hätten gegeben können – der ganze zeitaufwendige, ausschließlich ehrenamtlich geleistete Prozess der Projektentwicklung für diesen speziellen Ort war umsonst, einschließlich der Planungsarbeit des Architekten Fuls.

Andererseits waren wir aber auch erleichtert. Denn dieses Gebäude trägt viel mehr Risiken in sich, als wir am Anfang geahnt haben. Es wäre womöglich ein Grab geworden für unser aller Geld. Es hätte bei dem ganzen Projekt unverhältnismäßig viel ausgegeben werden müssen für Umbauten und vielleicht am Ende dann auch für eine nochmalige Asbestsanierung. Das alles hätten wir nicht verantworten können.

Das alles ist sehr schade, zumal wir in der politischen Unterstützung des Projektes sehr weit gekommen sind. Wir haben in kürzester Frist Zusagen in Höhe von rund 27.000 Euro gesammelt – das soll uns jemand mal nachmachen! Der Bezirksbürgermeister stand hinter uns, die Wirtschaftsförderung des Rathauses, der Wirtschaftsausschuss der BVV.

Wir werden weitermachen und hoffentlich einen anderen Ort für das Nachbarschaftsprojekt finden.

Onkel Toms Kiezhütte: Erste Hürde erfolgreich genommen

Breite Unterstützung: Rund 150 Nachbarn gaben Finanzzusagen

Pressemitteilung:
Berlin, 10.1.2013. Eine Gruppe engagierter Zehlendorfer Bürger will das frühere Sparkassengebäude am U-Bahnhof Onkel Toms Hütte zu einem einmaligen Gemeinwohlprojekt umbauen. Gut 150 Nachbarn haben sich bereit erklärt, die „Onkel Toms Kiezhütte“ mit einem Anteil von 100 Euro oder mehr unterstützen zu wollen. Mit dem Datum vom 10.1. hat ein Team um die designierte Geschäftsführerin Monika Lentz eine Projektskizze beim Vermieter Urbanis abgegeben, einer BVG-Tochter, der das Gelände über den U-Bahn-Gleisen gehört.

Träger des Projektes mit dem Slogan „Von Nachbarn für Nachbarn“ soll eine gemeinnützige GmbH werden. Da die Gründung einer GmbH 25.000 Euro erfordert, haben die Mitstreiter von Lentz zusammen mit dem „Verein Papageiensiedlung“ innerhalb von nur sechs Wochen Finanzzusagen in dieser Höhe aus der Nachbarschaft gesammelt. „Die starke Unterstützung aus der Nachbarschaft und auch aus dem Rathaus beflügelt uns sehr“, so Monika Lentz.

National und international gilt das denkmalgeschützte Ensemble der Onkel-Tom-Siedlung, auch „Papageiensiedlung“ genannt, als herausragende Leistung von Bruno Taut und anderen Architekten. Das Ende der 1920er Jahre erbaute Ensemble gruppiert sich rund um die U-Bahn-Station Onkel Toms Hütte mit seiner ebenfalls denkmalgeschützte Ladenstraße samt Geschäften für die Nahversorgung. Die Architektur gilt heute noch als vorbildlich und modellhaft; die Ladenstraße aber ist stark gefährdet.

Die Gemeinschaftseinrichtung soll Platz bieten für Veranstaltungen und nachbarschaftliche Aktivitäten aller Art und auf drei Säulen ruhen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

I Städtebauliche Vergangenheit: Die Erhaltung und der Schutz des städtebaulichen Ensembles einschließlich der ebenfalls denkmalgeschützten U-Bahn-Station, unter anderem durch dorthin führenden bzw. von dort ausgehenden CO2-freien städtebaulichen Tourismus (Führungen zu Fuß oder per Elektrobikes).

II Soziale Gegenwart: Die Pflege nachbarschaftlicher Beziehungen, besonders die zwischen Alten und Jungen, Begüterten und Nichtbegüterten, mittels Mobilisierung nachbarschaftlicher Ressourcen und Talente sowie gemeinsamer Aktivitäten.

III Ökologische Zukunft: Der Ausbau der CO2-ärmsten Einkaufsmeile Berlins zu einem attraktiven Lern- und Veranstaltungsort für nachhaltigen Lebensstil, der Ausbau von CO2-freier Elektromobilität und von CO2-einsparendem Klimagärtnern mittels Terra-Preta-Schwarzerde.

Deshalb der zusammenfassende Slogan, der die soziale und ökologische Nachhaltigkeit des Projekts betont: “Ein gutes Klima für Nachbarn und den Planeten”.

Monika Lentz zeigt sich fest überzeugt, dass das Projekt eine große Ausstrahlungskraft weit über die Siedlung hinaus haben und die Ladenstraße beleben werde: „Onkel Toms Kiezhütte bedient fünf gesellschaftliche Megatrends, die nach übereinstimmender Ansicht von Klima- und Gesellschaftsforschern die nächsten Jahrzehnte bestimmen werden: das zunehmende Interesse an Gemeinwohlprojekten; das zunehmende Interesse an gegenseitiger nachbarschaftlicher Hilfe, vor allem zwischen Jung und Alt; der Umstieg auf CO2-arme oder CO2-freie Mobilitätsformen; Nutzen, Tauschen und Teilen statt individuellem Kaufen, Konsumieren und Besitzen; sowie Urbanes Gärtnern mittels Terra-Preta-Technik.“

Bei der Terra-Preta-Technik wird das Treibhausgas Kohlendioxid der Atmosphäre mittels Pyrolyse entzogen und in Form von Pflanzenkohle dauerhaft unter der Erde gespeichert. Die Pflanzenkohle fördert das Bodenleben und macht selbst kleinste urbane Flächen sehr fruchtbar. Weltweit angewandt, könnte diese Technik die Klima- und Hungerkrise gleichzeitig aufhalten; sie hat deshalb ein hohes Innovations- und Aufmerksamkeitspotential. Die Kiezhütte wäre das weltweit erste Nachbarschaftsprojekt zur systematischen Förderung dieser neuartigen Anbautechnik.

Ein Haus von Nachbarn für Nachbarn

Das geplante Projekt „Onkel Toms Kiezhütte“ fand in der EMA-Gemeinde Zustimmung und Beifall

Die vom Verein Papageiensiedlung organisierte Informationsveranstaltung über das Gemeinwohl- und Gemeinschaftsprojekt „Onkel Toms Kiezhütte“ (Arbeitstitel) am Samstag den 17.11.12 fand bei den rund 80 Zuhörenden im EMA-Gemeindehaus ein lebhaftes Interesse. Schon jetzt haben Nachbarinnen und Nachbarn Finanzzusagen in Höhe von rund 5.000 Euro abgegeben!

Das Bedürfnis nach solch einem Treffpunkt im „Dorfzentrum“ U-Bahnhof ist offenbar sehr groß. Dies zieht sich wie ein roter Faden auch durch die zahlreichen Interviews, Workshops, Gespräche und Befragungen in der Ladenstraße, die der Verein und das Projekt Zukunftskiez seit 2009 immer wieder durchgeführt haben.

Ute Scheub vom Vorstand des Vereins Papageiensiedlung stellte die Grundzüge des Projektes vor, das im leerstehenden Sparkassengebäude seinen Platz finden könnte. Vermieter ist die BVG-Tochter Urbanis, die noch im Dezember entscheiden will, welchem Bewerber sie den Zuschlag erteilt.

Die „Kiezhütte“ könnte vor allem drei Themenbereiche umfassen: Erstens könnte sie ein gastronomischer Treffpunkt sein, in dem Nachbarn Kaffee trinken, Kinder ohne Hortplatz und Ältere zu Mittag essen; Cafétische könnten je nach Jahreszeit im früheren Geldautomatenraum und auf dem sonnigen Parkplatz aufgestellt werden. Zweitens könnte die Hütte Aushängeschild für die „CO2-ärmste Einkaufsmeile Berlins“ werden, indem sie für das per U-Bahn erreichbare denkmalgeschützte Ladenstraßen-Ensemble wirbt sowie – ebenfalls auf dem Parkplatz – mietbare Elektrofahrzeuge anbietet, perspektivisch einschließlich solarer Aufladestation und Solaranlage. Drittens könnten in dem 300 Quadratmeter großen, durch Stellwände flexibel unterteilbaren Innenraum nachbarschaftlichen Aktivitäten, Tauschringe, Feste und Kurse stattfinden; auch ein „Co-Working-Space“ für Freiberufler und Gründerinnen wäre denkbar.

Die „Arbeitsgruppe Kiezhütte“, die aus ökonomischen, juristischen und gastronomischen Fachleuten besteht, schlägt als Träger für dieses ökosoziale Gemeinwohlprojekt eine gemeinnützige GmbH vor. Diese ist gesetzlich verpflichtet, ihre möglichen Gewinne zu reinvestieren. Das Gründungskapital beträgt 25.000 Euro, die per „Crowdfunding“ aus der Nachbarschaft zusammengetragen werden könnten. Je breiter dieses „Projekt von Nachbarn für Nachbarn“ unterstützt wird, desto höher sind seine Realisierungschancen – auch gegenüber weiteren potenziellen Geldgebern wie Stiftungen.

Heide Wohlers stellte Schwerpunkt-Projekte des von ihr geleiteten „Projektes Zukunftskiez“ dar, ihre untenstehende Präsentation kann man herunterladen. Ein wichtiges Thema, das auch für die „Kiezhütte“ sehr interessant werden dürfte, ist Elektromobilität.

Der Architekt Stanley Fuls präsentierte seine Entwürfe für die Gestaltung der „Kiezhütte“: eine Verkleidung des Gebäudes mit einer luftig wirkenden Holzkonstruktion, die das „Taut-Gelb“ der Siedlung (und auch das BVG-Gelb) aufnehmen würde. Die Entwürfe, die im Publikum sehr gut ankamen, sind in der Bruno-Taut-Galerie zu besichtigen.

Zum Umbau-Konzept gab es einige Nachfragen aus dem Publikum, hier zusammengefasst die Antworten: Nach dem momentanen Kenntnisstand erscheint der Zustand von Haustechnik und baulicher Hülle in Ordnung. Die jetzige Wärmedämmung ist möglicherweise eher ungünstig, eine genauere Untersuchung steht noch aus. Verschattungen durch den geplanten Vorbau sind aufgrund der südwestlichen Lage nicht zu erwarten. Mit mobilen Trennwänden ist der große Veranstaltungsraum technisch relativ einfach zu unterteilen, sodass parallele Nutzungen durch mehrere Gruppen im Gebäude möglich sein werden. Die bestehenden Parkplätze müssen nicht beibehalten werden. Der Abstand zur Riemeisterstraße beträgt etwa zehn Meter, durch Pflanzkübel kann optisch eine Abtrennung erfolgen.

Monika Lentz, Wirtschaftsjuristin und designierte Geschäftsführerin der „Kiezhütte“, stellte die juristische Konstruktion des Projektes und seine möglichen Finanzierungs-Säulen vor. Ihre untenstehende Präsentation kann heruntergeladen werden. Um die gemeinnützige GmbH (gGmbh) gründen zu können, sind mindestens 250 Unterstützende nötig, die 100 Euro oder mehr dafür geben. Sie haben dafür prinzipiell drei Möglichkeiten:

  • Entweder Sie spenden an die gGmbH,
  • oder Sie erwerben einen Gesellschafteranteil mit entsprechendem Stimmrecht auf der Gesellschafterversammlung,
  • oder Sie spenden an den Verein Papageiensiedlung. Damit würde der Verein Hauptgesellschafter und könnte sicherstellen, dass der Betrieb auf Dauer in „Nachbarhänden“ bleibt.

Klaus Kühn, Kaufmann und Geschäftsführer eines 200 Mitarbeiter umfassenden Bio-Cateringbetriebes, stellte einen von ihm maßgeblich entwickelten vorläufigen Businessplan für die „Kiezhütte“ vor, seine Präsentation ist unten herunterladbar. Die geplante Küche ist nur als sogenannte „Verteilerküche“ vorgesehen, in der Speisen anderer Großküchen erwärmt und ausgegeben werden können – für mehr fehlt es schlicht an Platz. Für spezielle Kochevents oder Lehrveranstaltungen können jedoch die Voraussetzungen geschaffen werden.

Bei der anschließenden Diskussion ging es vor allem darum, wie der Gründungsprozess jetzt weitergehen soll. Die Initiatorinnen bitten alle Nachbarinnen und Siedlungsbewohner darum, bis Ende November ihr Interesse an dem Projekt kundzutun, indem sie den Coupon in dem untenstehend herunterladbaren Flyer ausfüllen und in der Bruno-Taut-Galerie abgeben.

Momentan werden nur Absichtserklärungen gesammelt; Einzahlungen sollen erst erfolgen, wenn die „Kiezhütte“ den Zuschlag vom Vermieter erhält. Je mehr Coupons abgegeben werden, umso leichter ist das Projekt zu realisieren. Zudem steigt damit die Verhandlungsposition der Projektinitiatoren, auch wenn die Vermietung des Sparkassengebäudes wohl erst im 2. oder 3. Quartal 2013 erfolgen wird.

Weitere Geldgeber und Geldquellen müssen noch gesucht werden. Unter anderem wird über eine „Stille Auktion“ undoder ein Benefizkonzert für die „Kiezhütte“ nachgedacht. Die Organisatorinnen bemühen sich außerdem darum, den „Wasserstandspegel“ der Unterstützung durch die Bevölkerung in der Galerie darzustellen. Die Passanten und Ladenstraßen-Kundinnen sollen die Zahl der Unterstützenden stets aktuell ablesen können.

PraesentationHeideWohlers


PraesentationMonikaLentz


PraesentationKlausKühn


FlyerKiezhütte


Keine Zukunft für Arme

Kommentar von Barbara v. Boroviczeny, Mieterinitiative „Onkel-Tom-Siedlung“, zum Zukunftssalon im Steglitzer Wrangelschlösschen am 22.Mai 2012

Unter dem Titel Kein Platz für Arme? widmeten sich der Sozialwissenschaftler Sigmar Gude von der Firma Topos und Reiner Wild vom Berliner Mieterverein der Frage nach Perspektiven einer sozialen Stadt.

Natürlich interessierte uns an diesem Veranstaltungsort besonders eine Einschätzung, ob in einem bürgerlichen Bezirk wie Steglitz-Zehlendorf durchmischte Wohnquartiere erhalten bleiben können.

Es stellte sich heraus, dass es über das bekannte statistische Material des Berliner Senats hinaus keine aussagekräftigen Untersuchungen über die Situation in den beiden auch noch in sich recht unterschiedlichen Teilbezirken zu diskutieren gab. Doch gerade die bekannten Daten vermitteln aufgrund der teilweise sehr hohen Einkommen und Renten zum Beispiel in Wannsee und Schlachtensee, die den statistischen Mittelwert erheblich anheben, kein realistisches Bild zur sozialen Situation von Mietern mit kleinen und mittleren Einkommen, die auch hier gnadenlos verdrängt werden oder in ständiger Unsicherheit leben. Schließlich gibt es hier viele der begehrten kleinen Wohnungen der privatisierten Großkonzerne Gehag, GSW und Gagfah, die heute einen enormen Mietenanstieg zu verzeichnen haben.

Und so lautete die Prognose des Soziologen lediglich, dass Zehlendorf wohl über kurz oder lang „armenfrei“ sein werde (das hat er wirklich gesagt! Eine Assoziation bleibt jedem überlassen).

Das dies ganz im Sinne der Bezirksverwaltung liegt, ist aus der Bauplanung und vielen Äußerungen vom Bürgermeister bis zum Sozialstadtrat zu entnehmen.
Bürgermeister Kopp anlässlich des ersten Spatenstichs zum „Luxusprojekt „Dahlem Paradise“, für das drei kürzlich mit Steuergeldern sanierte Wohnblocks abgerissen wurden: „In unserem Bezirk gibt es Bedarf an teurem Wohnen. Deshalb freue ich mich, dass hier jetzt etwas passiert”. Und Sozialstadtrat Schmidt antwortete auf eine Anfrage bezüglich der Unterbringungsmöglichkeiten nach den neuen AV-Wohnen Richtlinien, dass er schließlich kein Immobilienmakler sei!

Wie man sieht, sind wir in unserem Bezirk in den besten Händen.

Im Übrigen enthielt die Diskussion nichts, was nicht allen wohnungspolitisch Engagierten schon bekannt wäre. Und der in diesen Diskussionen fast immer ausgesparte südwestliche Berliner Stadtrand wurde dank der so bequem interpretierbaren Statistik weiter im Abseits belassen.

Kaiser´s beantragt Baustopp gegen Truman Plaza

Der Konzern der Kaiser’s-Supermärkte hat laut einem Tagesspiegel-Bericht vom 15.Mai beim Oberverwaltungsgericht eine einstweilige Anordnung beantragt, um
einen Baustopp für die Gewerbeflächen auf der Truman Plaza zu erreichen.

Das würde vor allem den dort geplanten, mit 1.700 Quadratmeter völlig überdimensionierten Reichelt-Markt betreffen. „Es geht nicht um die Verhinderung des Vorhabens, sondern um dessen Rückführung auf einen Nahversorgungsbetrieb“, so Rechtsanwalt Bernhard Haaß, der Kaiser´s vertritt. Das Projekt zerstöre „die gewachsene Versorgungsstruktur in den kleinen Ortsteilzentren entlang der U-Bahn“ – insbesondere an den Bahnhöfen Dahlem-Dorf und Onkel-Toms-Hütte.

Kaiser’s hat nicht nur in der Clayallee in Zehlendorf-Mitte einen Supermarkt, sondern auch in der Königin-Luise-Straße. Der Anwalt kritisiert, das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf habe die BVV unzureichend beteiligt und sich auf ein vom Investor Stofanel finanziertes Gutachten gestützt, das den voraussichtlichen Umsatz von Reichelt auf der Truman Plaza zu niedrig ansetze.

Mit einem Gerichtsbeschluss rechnet Haaß frühestens in zwei bis drei Monaten. Stofanel plant auf der Truman Plaza auch eine Luxuswohnsiedlung, deren Bau noch nicht genehmigt ist. Im bezirklichen Stadtentwicklungsamt läuft bis Ende Mai die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans.

Siedlungsbauten: Es wiederholt sich alles

Ein Kommentar der Mieterinitiative „Onkel-Tom-Siedlung“

Schon einmal wehrte sich das Zehlendorfer Bürgertum gegen Siedlungsbauten zu Zeiten der Wohnungsnot in der Weimarer Republik, die nicht in das großbürgerliche Ambiente zu passen schienen. 1926 war es die Flachdachsiedlung im Stil des Neuen Bauens, (von den Bürgern abschätzig Papageiensiedlung oder Neu Jerusalem genannt), die Bruno Taut für ärmere Bewohner im Auftrag der Gewerkschaftsgründung GEHAG am Rand des Grunewalds geplant hatte. Dank des tatkräftigen Einsatzes des Berliner Baustadtrats Martin Wagner konnte damals die jetzt denkmalgeschützte „Onkel-Tom-Siedlung“ doch noch realisiert werden. Sie gehört heute zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten im Bezirk. Die Bewohner der Mietwohnungen – kleine Beamte und Angestellte – bildeten über Jahrzehnte eine gute Nachbarschaft, bis die Privatisierung der ehemals gemeinnützigen Siedlung eine Mietpreisspirale in Gang setzte, deren Verlauf viele der in bescheidenen Verhältnissen lebenden Mieter nicht folgen können.
Also bleibt vom hoch gelobten Konzept des Architekten nur noch die bauliche Hülle und die Zehlendorfer haben einen späten Teilerfolg zu verbuchen.

2012 herrscht wieder Mangel an bezahlbarem Wohnraum im Bezirk (und nicht nur dort). Und wieder wehren sich Zehlendorfer mit höchst fadenscheinigen und leicht widerlegbaren Argumenten gegen eine befürchtete Invasion von ärmeren Familien.
Besonders ärgerlich, dass diese Initiative vom Bezirksoberhaupt Kopp unterstützt wird, der zudem wieder deutlich seine Einstellung gegenüber einer sozialeren Liegenschaftspolitik verkündet. Nach seinem Willen könnten die Zehlendorfer Eigenheimbewohner, wohlhabenden Rentner und der zuwandernde Geldadel bald wieder unter sich sein.

Dumm nur, dass es den Steuerzahler auch Geld kosten wird, wenn man dank der jetzigen Mietenpolitik immer häufiger Transferleistungen gewähren muss.

Zukunftskiez Onkel Toms Hütte

Das in unserer Bruno-Taut-Galerie angesiedelte Projekt “Zukunftskiez Onkel Toms Hütte” hat eine eigene Website: www.onkeltomkiez.de


Was für ein "Paradies": Abriss im Hegewinkel

Stellungnahme der Mieterinitiative Onkel-Tom-Siedlung zum Verkauf und Abriss dreier Wohnblocks mit 72 Wohneinheiten in Berlin-Zehlendorf, Am Hegewinkel

Nachdem im Teilbezirk Zehlendorf sich schon über längere Zeit ein Mangel an bezahlbaren Wohnungen andeutet, der mit einem rasanten Anstieg der Mieten einhergeht, verfolgen die noch verblieben Bestandsmieter der benachbarten, ehemals gemeinnützigen – jetzt ausnahmslos privatisierten – Wohnungsbaugesellschaften mit großer Sorge das Baugeschehen ihrer Umgebung.

Entgegen dem allseits präsenten Klischee vom „Reichenbezirk“ mit hohen Einkommen und geringer Arbeitslosigkeit, fürchten viele Normalverdiener und Rentner um ihr Bleiberecht.

Angesichts bereits genehmigter dreier Großprojekte mit Luxusneubau in ihrem unmittelbaren Umfeld, müssen jetzt die Anwohner empört feststellen, dass trotz geäußerter Bedenken zum Leerstand der drei Wohnblocks am Hegewinkel, nun ein weiteres, rein profitorientiertes Bauprojekt entsteht. Mit Sicherheit ist dann wieder eine Anhebung des Mietspiegels zu erwarten. Die abgerissenen 72 Wohnungen in gutem Erhaltungszustand werden jetzt durch 54 Wohneinheiten im Luxussegment mit Tiefgaragen ersetzt!

Hier wird intakter und mit öffentlichen Geldern hergerichteter Wohnraum vernichtet, mit der fadenscheinigen Begründung „einer zu schmalen Form und veralteten Gestaltung!“ und auch alter Baumbestand muss der privaten, gewinnmaximierenden Bauplanung weichen. Zitat Bürgermeister Norbert Kopp (CDU): „In unserem Bezirk gibt es Bedarf an teurem Wohnen. Deshalb freue ich mich, dass hier jetzt etwas passiert”.
Der schon jetzt feststellbare Leerstand im hochpreisigen Wohnungsangebot des „Parkviertel Dahlem“ spielt bei einer Genehmigung immer neuer Luxusprojekte mit blumigem Etikett, wie hier „Dahlem paradise“, offenbar keine Rolle.
Die Tatsache eines Bedarfs an bezahlbaren kleinen Wohnungen kümmert jedoch hier kaum einen der politisch Verantwortlichen.
Diese Form von ‚exklusiver’ Stadtplanung ohne Rücksicht auf Sozialverträglichkeit und die Belange der ansässigen Bewohner befördert weitere Verdrängung und Segregation und zerstört letzte Reste einer angeblich gewünschten sozialen Durchmischung im Bezirk.

Mieterinitiative Onkel-Tom-Siedlung


Zukunftskiez Onkel Toms Hütte

Was bedeutet Zukunftsfähigkeit für einen Stadteil? Gemeinsam mit den Bewohnerinnen, den Dienstleistern, Handwerkern, Wohnungsunternehmen, den sozialen und kulturellen Einrichtungen im Kiez um den U-Bahnhof Onkel-Toms Hütte will das Projekt “Zukunftskiez Onkel Toms Hütte” das herausfinden. Gemeinsam sollen neue Ideen für Wirtschaft und Arbeit, für Angebote und Dienstleistungen entwickelt werden, die Menschen und Umwelt gerecht werden. Projektträger ist das “aha Büro für nachhaltige Entwicklung und Kommunikation”, der Verein Papageiensiedlung ist am Projekt aktiv mitbeteiligt. Die Projektmitarbeitenden sind zwei Tage in der Woche in der “Bruno-Taut-Galerie” in der Ladenstraße präsent und ansprechbar.

Der Stadtteil um den U-Bahnhof Onkel Toms Hütte wandelt sich, die ortsansässige Bevölkerung wird älter, während gleichzeig junge Familien mit Kindern in den Kiez ziehen. Dies schafft neue Nachfrage nach Dienstleistungsangeboten, zum Beispiel im Bereich Kultur und Bildung, Gesundheit und Ernährung, Mobilität und Wohnen: Ältere Menschen benötigen Bringe- und Begleitdienste oder handwerkliche Dienstleistungen, junge Familien Unterstützung, um Kind und Beruf in Einklang zu bringen, MigrantInnen bei der Integration.

Das Projekt „Neue Arbeit im Zukunftskiez Onkel-Toms-Hütte“ will diese Bedürfnisse aufspüren, die Nachfrage nach neuen Angeboten und Dienstleistungen ermitteln. Auf der anderen Seite sollen Akteure des Wirtschas- und Soziallebens, die im Kiez ansässig oder täg sind, nach zukuntsfähigen Geschäftsideen befragt werden, die diese Nachfrage befriedigen und Beschäftugung schaffen können. Geeignete Beschäftigte werden in Zusammenarbeit mit den kooperierenden Unternehmen und Einrichtungen ausgewählt und qualifiziert. Die besten Geschäfts- und
Beschäftigungskonzepte werden getestet. Die am besten Angenommenen werden in Pilotprojekte umgesetzt.

Zugleich soll es im Projekt darum gehen, den Kiez um den U-Bahnhof Onkel-Toms-Hütte wiederzubeleben und zu einem Zukunftskiez zu wandeln, der die Kompetenz und das Können der Menschen vor Ort nutzt, um neue Wege zu gehen. Dabei soll die Ladenstraße – wie vor 80 Jahren, als die Onkel-Tom-Siedlung gebaut wurde – wieder zum sozialen und kulturellen Zentrum im Kiez werden. Durch Veranstaltungen im Kiez, ein Internetportal und Berichte in den lokalen Medien
werden BewohnerInnen und AkteurInnen mobilisiert und beteiligt, sowie über die Ergebnisse des Prozesses auf dem aktuellen Stand gehalten.

Das Projekt hat das Ziel, die AkteurInnen dauerhaft zu vernetzen, um die zukunftsfähige Entwicklung im Kiez weiter voran zu treiben und nachhaltige Arbeitsplätze, insbesondere für auf dem Arbeitsmarkt Benachteiligte, entstehen zu lassen. Sowie durch eine Anlaufstelle in der Ladenstraße (Kiezzentrum) Nachbarschaft und Gemeinschaft zu befördern. Die Ergebnisse des Modellprojektes werden mit Experten diskutiert, weiterentwickelt und auf Übertragbarkeit geprüft.

Das Projekt wird gefördert unter anderem
aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf.

Ganz große Koalition gegen Bürgerbeteiligung

Eine ganz große schwarz-grün-gelbe Koalition gegen Bürgerbeteiligung hat nun am 31.8. in der BVV die rund 200 Bürgereinwendungen aus unserer Siedlung gegen die Bebauung der Truman Plaza vom Tisch gestimmt.

Die Einwände der Bürger sind in eine reichlich einseitig auf den Investor zugeschnittene „Abwägung“ des Bauamtes eingeflossen. Dieses Machwerk wurde von schwarz-grün-gelb gebilligt. Schwarz-grün hat zudem für die vorzeitige “Planreife” des geplanten Gewerbegebietes gestimmt, sodass die zweite Stufe des Bürgerbeteiligungsverfahrens nicht mehr stattfinden und die vielen unheilvollen Planungsfehler nicht mehr beseitigt werden können. Die SPD stimmte dagegen und die FDP enthielt sich hier. Die Sozialdemokraten brachten Änderungsanträge ein, die u.a. ein unabhängiges Zweitgutachten zum Kaufkraftabfluss forderten, weil die angesetzten Zahlen viel zu niedrig sind. Die Anträge wurden aber überstimmt.

Dieses Verfahren hat vollkommen einseitig nur die Wünsche des Investors berücksichtigt. Die “Auswertung” der Bürgereinwendungen durch das Bauamt hat die wichtigsten Punkte überhaupt nicht thematisiert, vor allem nicht die Vorab-Mietverträge des Investors Stofanel für den 1.700 großen Reichelt-Supermarkt, der die gesamte Zentrenstruktur von Zehlendorf verändern wird. Die geplanten 150 Parkplätze sind zum Beispiel laut Bauamt nicht etwa für Kofferraumkunden vorgesehen, sondern – man höre und staune – für die Kunden der vorgesehenen Fitness-Studios! Das wird das bestgehendste Fitnesscenter von ganz Europa!

Vernissage in der Bruno Taut Galerie am 2.9.

Der Verein Papageiensiedlung lädt herzlich zur nächsten Vernissage in die Bruno Taut Galerie ein, und zwar am Freitag, 2.September, ab 17 Uhr. Gezeigt werden Kunstwerke von Johanna Benzmann, Christine Bülow, Gertrud Oberdörster und Klaus Becker. Zur Eröffnung liest Siegfried R. Schmidt, am Piano: Matthias Boye. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Truman Plaza: Entscheidung am 23.8. bzw. 31.8.

In der letzten Sitzung des BVV-Planungsausschusses am 16. August hat die SPD-Fraktion etliche Änderungsanträge eingebracht, vor allem was die beabsichtigte Änderung des Zentrenkonzepts sowie die offenbar falschen Zahlen in dem Gutachten zum erwartbaren Kaufkraftabfluss in den bestehenden Gewerbezentren anbelangt. Deshalb ist es noch nicht zu einer endgültigen Abstimmung über die Truman Plaza gekommen.

Diese soll wohl auf der nächsten Sitzung des Planungsausschusses am 23.8. um 17 Uhr erfolgen. Zu erwarten ist, dass die schwarz-grüne Zählgemeinschaft dann die “vorzeitige Baureife” für den Gewerbeteil der Truman Plaza erklärt sowie das neue “Zentrenkonzept” verabschiedet. Dieses wird den neu entstehenden Realitäten auf der Truman Plaza im Sinne des Investors Stofanel einfach angepasst, statt dass die souveräne Gemeindevertretung BVV politisch festlegt, welche Entwicklung man im Sinne des Bürgerwohls für wünschenswert hält.

Am 31.8., also kurz vor “Toresschluss” vor den Wahlen, will die BVV dann die Beschlüsse zustimmend zur Kenntnis nehmen, und zwar ab 17 Uhr im Raum 301.

Eingabe zur Truman Plaza

Weil der Planungsausschuss der BVV voraussichtlich am 16.August über die “Baureife” des Vorhabens Truman Plaza entscheiden.wird und die Zeit drängt, haben unsere Vereinsmitglieder Peter von Feldmann, Rudolf Hellmann, Richard Röhrbein und Ute Scheub gemeinsam eine Eingabe an das Bezirksamt unterzeichnet, wonach die Erteilung einer solchen Planungsreife nach unserer Meinung rechtsmissbräuchlich wäre. Die Eingabe können Sie hier als PDF-Datei herunterladen:


Eingabe

Download eingabe_1.pdf - 99 kB


Truman Plaza: Entscheidung wohl am 16.August

In der Sitzung am 19. Juli im Planungsausschuss der BVV Steglitz-Zehlendorf ist die Entscheidung über den Baubeginn auf der Truman Plaza erneut verschoben worden, da die Auswertung der Bürgereinwendungen noch nicht abgeschlossen war. Diese Auswertung soll nun bis 9.August vorliegen, am 16. August will der Planungausschuss darüber befinden, und wenn nötig, in einer weiteren Sitzung. Am 31.August soll die BVV die Entscheidung des Planungsausschusses zustimmend zur Kenntnis nehmen.


Entscheidung zur Truman Plaza vertagt auf die Sommerferien - 19.7. 18 Uhr

Entgegen der ursprünglichen Planung hat die BVV Steglitz-Zehlendorf bzw. ihr Planungsausschuss auf der Sitzung am 28.6. ihre Entscheidung zur Truman Plaza noch einmal vertagt. Hauptgrund: Das Bauamt hat die Auswertung der Bürgerbedenken noch nicht fertiggestellt.

Zu vermuten ist, dass die Bauverwaltung aufgrund der vielfältigen Bürgerproteste „kalte Füße“ bekommen hat. Das hört sich für die Kritiker des „Betonmonsters“ Truman Plaza nach einem kleinen Sieg an. Allerdings wird dieser Sieg relativiert durch die Absicht etlicher Akteure, den Baubeginn unbedingt noch vor der heißen Wahlkampfphase bzw. den Wahlen durchzudrücken. Deshalb wurde die Abstimmung auf einen Termin mitten in den Sommerferien verlegt: auf den 19. Juli. Danach sollen die Bagger anrücken.

Weitere Einzelheiten dazu: Das neue Gutachten zum Kaufkraftabfluss durch die Geschäfte der Truman Plaza liegt zwar der Verwaltung vor, nicht aber den Fraktionen. Die SPD hat deshalb Vertagung beantragt. Zu hören ist, dass dasselbe von Stofanel bezahlte Gutachterbüro noch einmal beauftragt wurde, weil es angeblich so renommiert ist. Ein weiterer Kommentar erscheint überflüssig.

Es ergaben sich längere Diskussionen um den Erhalt einer großen Eiche, die in der zukünftigen Einfahrt zu dem Riesensupermarkt von Edeka steht. Die Grünen forderten, der Investor müsse Neupflanzungen mit größerem Stammdurchmesser bezahlen. Das Gartenbauamt empfahl einen kleineren Stammdurchmesser, weil dann der Baum besser wachse. So oder so: Bis auf das Wäldchen Ecke Marshallstraße werden wohl mehr oder weniger alle Bäume auf dem Gelände gefällt. Neupflanzungen, daran möchte ich nochmal erinnern, sind in ökologischer Hinsicht kein echter Ersatz, die Sauerstoff- und Luftfilterleistung eines einzigen Altbaum müsste durch ca. 2.000 Jungbäumchen ersetzt werden.

Die Versuche von unserem Vereinsvorstand Matthias Boye, das Verfahren der vorzeitigen Baugenehmigung grundsätzlich zu problematisieren, weil es bürger- und demokratiefern sei, bügelten der Planungsausschuss-Vorsitzende Torsten Hippe (CDU) und Baustadtrat Stäglin (SPD) ab. Letzterer sagte sinngemäß, dass das Bauamt in die Sitzung am 19. Juli vorbereitet hineingehen werde. Es ist also stark zu vermuten, dass Stäglins Bauverwaltung bis dahin die „Planreife“ des geplanten Gewerbegebietes für gegeben erklären wird – das ist die Voraussetzung für die Erteilung der Baugenehmigung der BVV für dieses „Sondergebiet“ bzw. den Supermarktbau. Formal ist solch ein Vorgehen nicht direkt verboten, inhaltlich aber spricht es der Bürgerbeteiligung Hohn. Denn sämtliche Bürgerbedenken gegen das Gewerbegebiet inklusive überdimensionierten Supermarkt und Parkplätze fallen damit ins Klo.

Der Verein Papageiensiedlung war mit mehreren Vertretern anwesend, sie alle hatten erneut den Eindruck, dass die Bezirksverordneten das ganze Verfahren entweder nicht verstehen oder nicht verstehen wollen.

Und noch ein ganz anderer Punkt kam ebenfalls zur Sprache: Im Hegewinkel sollen demnächst drei frühere US-Wohnungsbauten abgerissen werden. In diesem Falle offenbar ganz ohne Beteiligung der Öffentlichkeit. Ein anderer Investor, nicht Stofanel, will hier Neubauten errichten. Warum es hier nicht wie an anderen Stellen möglich war oder möglich gewesen sein sollte, die alten Gebäude zu sanieren, entzieht sich unserer Kenntnis.

Nach wie vor fragen wir uns, warum das Bauvorhaben Truman Plaza in dieser auffälligen Eile durch die Instanzen geprügelt werden muss. Die Bezirksverordneten werden dafür sogar einen Teil ihres Urlaub opfern müssen – WARUM???

Die Truman Show

„Bürgerbeteiligung“ bei der Truman Plaza – eine satirische Reality Show

Produzent: Firma Stofanel
Regisseur: Der Vorsitzende des Stadtplanungsausschusses der BVV Steglitz-Zehlendorf
Special Guests: Mitglieder des Stadtplanungsaussschusses
Gesamtherstellung: Mitglieder der BVV Steglitz-Zehlendorf
Technik: Der Baustadtrat und eine Fachbereichsleiterin

Prädikat: Besonders wertlos

Das Bezirksparlament Steglitz-Zehlendorf hat offenbar den Ehrgeiz, die Filmsatire „Die Truman Show“ noch einmal nachzuspielen. Die Hauptperson in dem 1998 fertiggestellten Film bemerkt lange Zeit nicht, dass sie in der konstruierten Welt einer Reality Show lebt und ein Fernsehpublikum belustigen soll.

Den besorgten Bürgern in der Onkel-Tom-Siedlung („Papageiensiedlung“) und dem Verein Papageiensiedlung war anscheinend die Rolle Trumans zugedacht worden. Immer wieder haben wir die Sorge vorgetragen, dass der bevorstehende Bau des Gewerbegebiets auf der Truman Plaza den bestehenden Zentren in der Ladenstraße Onkel Toms Hütte und in Zehlendorf-Mitte das Wasser abgräbt – aber offenbar will man sich grinsend über hinwegsetzen. Die Reality Show simuliert „Bürgerbeteiligung“ im Rahmen des Bauplanungsverfahrens – zur Belustigung derjenigen, die die Bebauung der Truman Plaza in unveränderter Weise mit aller Macht und mit allen Mitteln vorantreiben. Es steht „Bürgerbeteiligung“ drauf, aber es ist keine Bürgerbeteiligung drin. In Kürze werden die Bagger anrollen – und gnadenlos über die vielen Bedenken der Bürger hinwegrollen.

Zur Erinnerung: Im Rahmen der vorgezogenen „Bürgerbeteiligung“ haben im Frühjahr rund 200 Personen Einwendungen abgegeben. Unter anderem wurde Folgendes kritisiert:

  • Der gigantische Supermarkt ist in seiner Größe unverantwortlich, weil er Kaufkraft von woanders abziehen wird. Die dort Wohnenden haben ein Recht auf Nahversorgung, aber kein Recht auf Geschäfte, die noch größer sind als „Kaiser´s“ in der Clayallee.
  • Die geplanten 150 Parkplätze lassen eindeutig darauf schließen, dass es nicht um eine angebliche „Nahversorgung“ geht, sondern um das Abziehen von Kunden aus anderen Geschäftszentren.
  • Es gibt keine neutralen Gutachten zum Kaufkraftabfluss aus der Ladenstraße und anderen Zentren und zu den Umweltauswirkungen, sämtliche Gutachten wurden vom Investor bezahlt und sind vermutlich geschönt.

Der Verein Papageiensiedlung hat diese Bedenken Vertretern des Investors Stofanel in einem persönlichen Gespräch vorgetragen. Diese gaben deutlich zu erkennen, dass sie nicht bereit sind, von ihrer Planung abzurücken, zumal die Mietverträge mit den Gewerbetreibenden einschließlich des Supermarktes „bereits geschlossen sind“. Auf unsere staunende Frage, was denn dann der Sinn der Bürgerbeteiligung sei, wenn der Investor unterderhand bereits unerwünschte Fakten schaffe, gab es keine Antwort. In unseren Augen ist das ein Rechtsbruch, denn weder der demokratisch gewählte Souverän, die BVV, noch die Bürger selbst haben hier noch irgendetwas zu vermelden.

Das Tragische ist, dass sich die BVV bei ihrer Selbstentmachtung beteiligt. Obwohl das Bauamt noch keine Auswertung der Bürgerbedenken vorgelegt hat, behaupten nun die Befürworter des „Betonmonstrums“ (240 Meter Länge, sechsgeschossiger Gewerbeturm), die Einwendungen hätten sich erledigt, weil durch die neueste Entwicklung auch zukünftige Mieter des Oskar-Helene-Heimes und des US-Headquarters mitversorgt werden müssten. (Warum diese 150 Parkplätze und einen Riesensupermarkt brauchen sollten, diese Frage wird einfach ausgeklammert.)

Deshalb soll ausgerechnet der strittigste Punkt des Bauvorhabens, das gewerbliche „Sondergebiet“, aus der Bürgerbeteiligung herausgeschnitten werden. Und eine vorzeitige Baugenehmigung erhalten – voraussichtlich in der BVV-Sitzung am 22. Juni. Falls es Verzögerungen geben sollte, würden die BVV-Verordneten zur Not aus dem Sommerurlaub geholt, verkündete jüngst der Vorsitzende des Planungsausschusses, Torsten Hippe (CDU).

Warum?, fragen wir. Weshalb diese Eile? Weswegen will man die Truman Plaza mit aller Macht noch vor den Wahlen im September durchdrücken? Wieso riskiert man dafür sogar einen Rechtsbruch? Warum gibt die BVV ihr Recht auf Baugestaltung bedenkenlos an einen Investor ab? Was ist die Wahrheit hinter dieser Truman Show? WER – außer dem Investor selbst – PROFITIERT DAVON?

Nicht nur wir fragen so. Auch die traditionell eher konservativ eingestellte Firma Ansorge, der das Gros der Gebäude in der Ladenstraße gehört, hat vor kurzem eine deutliche Stellungnahme abgegeben, aus der wir zitieren:

„Der Investor strebt eine vorgezogene Baugenehmigung für den Handels- und Gewerberiegel an der Clayallee an. Damit wird die bisherige Darstellung, es gehe bei dem geplanten Handelsstandort um eine Versorgung der geplanten Wohnbebauung, unseres Erachten widerlegt. (…) Der vorzeitig realisierte Handelsstandort wird für einen gegenwärtig nicht abzuschätzenden Zeitraum Kundschaft aus der bestehenden Handelsstruktur abziehen und damit die Gewerbe und Einzelhandelsgeschäfte am Standort Ladenstraße und Riemeisterstraße massiv in der Existenz bedrohen. (…) Für den Fall, dass die geplante Wohnbebauung z. B. erst zwei bis drei Jahre nach dem fertig gestellten Gewerberiegel gebaut würde, wäre dies der Exitus der unter Denkmalschutz stehenden Ladenstraße. (…) Der Stofanel Gruppe oder auch den finanzierenden Banken geht es um rein wirtschaftliche Interessen. Gewerbeflächen sind besser und gewinnbringender zu vermieten. Und ob und wann die Wohnbebauung nachgezogen wird, ist völlig offen. Dann aber würden die Anwohner und Gewerbetreibenden der Ladenstraße die wirtschaftlichen Risiken aus der Vermarktung der Wohnflächen mitzutragen haben. Eine vorgezogene Genehmigung nur für den Gewerbe- und Handelsstandort lehnen wir daher entschieden ab.“

Im Film beginnt die Hauptperson langsam die Wahrheit zu entdecken.
Wir fragen auch: Was ist die Wahrheit hinter dieser Truman Story? WER PROFITIERT DAVON?

 

Vorzeitiger Baubeginn Truman Plaza - Gespräch über "kooperative" Amtsleitung belauscht

Der Investor will es so, und das Bauamt Zehlendorf folgt brav. Für das umstrittene Gewerbegebiet (“Sondergebiet”) auf der Truman Plaza soll die vorzeitige Baureife erklärt werden. Investor Stofanel hofft, auf diese Weise noch im Sommer 2011 losbauen zu können. Grund: Dieses Gebiet ist für ihn das Herzstück des Projektes, es bringt am schnellsten Geld ein. Im Gespräch mit Vertretern des Vereins Papageiensiedlung erklärte Geschäftsführer Dr. Held Ende April, die Mietverträge mit den Gewerbebetreibern seien schon geschlossen, daran sei nichts mehr zu ändern. Und: „Zeit ist für uns Geld.“ Im Klartext: Das Gelände solle endlich Rendite einbringen, die Einwände gegen die Dimension des Einkaufscenters interessieren nicht.

Im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung haben nach Auskunft des Bauamtes insgesamt über 200 Anlieger und Gewerbetreibende der Ladenstraße in teilweise mehrseitigen Briefen Bedenken formuliert. Unter anderem gegen den überdimensionierten Supermarkt, der der Ladenstraße und Zehlendorf-Mitte Konkurrenz macht. Die Einwände gegen das neu entstehende Einkaufscenter werden nun einfach vom Tisch gewischt und nicht berücksichtigt. Was soll dann überhaupt noch eine Bürgerbeteiligung?, fragt sich die Autorin, die angesichts dieser Lage nicht übel Lust hätte, sich zur Wutbürgerin zu entwickeln.

Die Truman Plaza sei angesichts des unerwarteten Widerstands aus der Papageiensiedlung zum „Politikum“ geworden, gab ein Bediensteter von Stofanel immerhin zu. Anlass dieser Äußerung: Eine Führung von Kaufinteressierten am vergangenen Samstag durch ein weiteres umstrittenes Stofanel-Projekt, das Tilia Living Resort mit seinen Edel-Plattenbauten am Griebnitzsee. Zufällig gerieten auch neugierige Anwohner der Papageiensiedlung in die Führung. Und bekamen nicht nur bestätigt, dass Stofanel die vorzeitige Baureife für das Teilgebiet der Truman Plaza betreibt, sondern auch, dass der Bezirk – namentlich Baustadtrat Stäglin und Bauamtsleiterin Lappe – dem Investor gegenüber doch „sehr kooperativ“ seien.

Am Samstag, den 14.5., will laut diesem Redner eine Abordnung von Stofanel um 13 Uhr die Ladenstraße besichtigen und um 14 Uhr auf dem Bürgerfest in der Marshallstraße auftauchen. Wer mag, kann die Gelegenheit nutzen, gegen diese Art von Bürgerbeteiligung als Bürgerausbootung zu protestieren.

P.S.: Wir haben gerade erfahren, dass der Vertreter von Stofanel die Teilnahme am Runden Tisch des Bürgerfestes abgesagt hat. Zugesagt haben: Frau Markl-Vieto (Grüne), Herr Karnitzky (SPD), Herr Thärichen (SPD-Landtagsabgeordneter) und Frau Krohm (SPD, BVV). Da fehlen doch einige??!

Besuch bei Stofanels "Marthashof"

Auf Einladung einer Vertreterin der Anliegerinitiative Marthashof hat eine zehnköpfige „Delegation“ des Vereins Papageiensiedlung am 2. April die fast fertig gebaute Stofanel-Siedlung „Marthashof“ besucht. Der Anblick in der Schwedter Straße 37-40 im Prenzlauer Berg bestätigte all unsere Vorbehalte gegen den Investor: Betonklötze in serieller Monotonie mit hässlichen, düsteren, schweren Metall-Läden. Das auf www.stofanel.com so gepriesene „italienische Design“ erschöpft sich in Schnörkelchen auf dem dunklen Metall.

Von „Naturnähe“ samt Vogelsang, wie auf der Website deklariert, keine Spur. Ein von den Anwohnern erwünschter Bürgerpark kam nicht zustande, die bisherige Freifläche mit alten Obstbäumen wurde vernichtet. Äußerst schwacher Ersatz: Die Tiefgarage im „Hof“ des Projekts soll bebaumt werden. Der Zugang aber soll abends verschlossen werden – also auch hier die Gefahr einer „Gated Community“.

Früher konnten die Anwohner in der gegenüberliegenden Oderbergstraße über die Freifläche in die Sonne schauen, heute werden ihre kleinen Hinterhofgärten von den Stofanel-Bauten massiv bedrängt. Maße und Abstände wurden nicht eingehalten, was den zuständigen Baustadtrat Michail Nelken (Linke) im Nachhinein dazu veranlasste, das Projekt als fehlerhaft zu bezeichnen. Doch die Bauten stehen, es ist zu spät.

Der Rat der Anwohnerinitiative an uns: „Macht es besser! Kümmert euch rechtzeitig darum, was Stofanel bauen will!“ Wir werden mit der Initiative in Kontakt bleiben.


Brief an den Investor

Hier ein Brief des Vereins Papageiensiedlung an den “Truman-Plaza”-Investor Stofanel.



Bürgerbeteiligung zur Bebauung der Truman Plaza

Die “Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung” zur Bebauung der Truman Plaza hat ein äußerst reges und nach Auskunft des Bauamtes “ungewöhnliches” Echo erfahren. Es wurden laut Bauamt über 200 Einwendungen abgegeben, darunter eine von etwa 40 Gewerbetreibenden der Ladenstraße unterschriebene Sammeleinwendung. Die Betroffenen in der Ladenstraße haben sich ausdrücklich vorbehalten, womöglich gegen das Projekt zu klagen.

Wir sind nicht gegen die Bebauung an sich und natürlich auch nicht gegen die Versorgung der dort Wohnenden durch Läden – aber gegen ihre Dimensionen.

Untenstehend haben unsere Baufachleute im Verein Papageiensiedlung eine Sammlung von Argumenten gegen das Bauvorhaben in seiner jetzigen Form erstellt.

Einwände Truman Plaza


Die Schimäre Truman Plaza

Zur Geschichte und zum Hintergrund des Streits um die Bebauung der Truman Plaza hat unser Vereinsmitglied, der Architekt Martin Sellke, eine anschauliche und faktenreiche Zusammenfassung geschrieben, die Sie hier herunterladen können.


TrumanPlazaSellke


Truman Plaza - Bedrohung für die Ladenstraße

Das Gelände „Truman Plaza“, auf dem viele Jahre lang das deutsch-amerikanische Volksfest stattgefunden hat, ist vom Bund an einen Investor verkauft worden. Dort soll ein Nahversorgungszentrum mit etwa 2.500 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen, unter anderem mit ein Supermarkt mit mindestens 1.800 Quadratmetern. Zum Vergleich: Die ganze Ladenstraße hat nur etwa 2.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Zudem sind weitere Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen von rund 20.000 Quadratmetern geplant, was rund 200 Praxen oder Büros entspricht. Hinzu kommen 150 Parkplätze, die den Einkauf per Auto ankurbeln sollen. Das widerspricht im Übrigen der Nachhaltigkeitsstrategie des Bezirks im Zeitalter von schwindenden Ölreserven und Klimawandel.

Die architektonisch monotonen Entwürfe, darunter ein sechsgeschossiges Gebäude direkt an der Argentinischen Allee, stellen einen städtebaulichen Bruch mit der Umgebung dar. Alle anderen Gebäude an der Kreuzung Argentinische Allee und Clayallee sind niedriger und abgerückt platziert. Hinter dem Nahversorgungszentrum sind Luxuswohnungen rund um einen Privatsee geplant, in einem Stil, der keinen Respekt vor den angrenzenden Bauten zeigt.

Für die Ladenstraße und auch für Zehlendorf-Mitte stellt die geplante Gewerbefläche eine fatale, womöglich sogar existenzbedrohende Konkurrenz dar, die sich zudem mit dem „Zentrenkonzept“ des Bezirks von 2007 nicht verträgt.

Wenn an den bisherigen Plänen festgehalten wird, ist eine einschneidende Schwächung der denkmalgeschützten Ladenstraße zu befürchten. Der Investor hat dazu ein Gutachten vorgelegt, das den Kaufkraftabfluss auf angeblich “5-7%” veranschlagt. Es ist aber nicht öffentlich und vermutlich geschönt.

Gegen ähnliche Vorhaben desselben Investors in Prenzlauer Berg („Marthashof“) und am Griebnitzsee (“Tilia Living Resort”) hat sich ebenfalls Widerstand formiert.

Auch angesichts des Konflikts um „Stuttgart 21“ sollten Verwaltungen jeden Anschein bürgerferner Entscheidungen vermeiden. Um einem möglichen Konflikt bereits im Vorfeld vorzubeugen, ersuchen wir die BVV-Verordneten aller Fraktionen, den Bürgermeister und die zuständigen Stadträte, folgende Verfahrensweisen einzuhalten:

- kein Verkauf des dem Bezirks gehörenden angrenzenden Grundstückes an der Clayallee, bevor das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen ist, keine Vorabgenehmigungen zum Bau oder Teilbau; – Keine Entwidmung von Grünflächen; – die Erstellung von unabhängigen Gutachten zum Kaufkraftabfluss, zum Verkehrsaufkommen und zur Bilanzierung der Anzahl von Arbeitsplätzen, die dadurch neu geschaffen und gleichzeitig im Umfeld vernichtet werden; – Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung in einer auch für Laien verständlichen Form, inclusive Unterlagen und Veranstaltungen.

Wir sind nicht gegen eine Bebauung des Geländes mit Wohnungen und kleinen Nahversorgungsläden. Wir wollen aber nicht, dass ein an diesem Ort städtebaulich völlig verfehltes neues Zentrum zur „Truman Torheit 21“ wird!


Bebauung der Truman Plaza ("Truman Torheit 21")

Der Verein Papageiensiedlung e.V. lädt herzlich ein zu einer Informationsveranstaltung über die geplante Bebauung der Truman Plaza. Sie findet am Sonntag, den 7.November, 17 Uhr im EMA-Gemeindesaal statt.

Unsere folgenden Vereinsmitglieder werden Ihnen die baulichen Absichten des Investors vorstellen und durch die Veranstaltung führen:

  • Matthias Boye, Architekt im Ruhestand
  • Peter von Feldmann, Vorsitzender Richter am Oberverwaltungsgericht a.D., Stadtrat für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung in Potsdam a.D.
  • Richard Röhrbein, Leiter von Stadtplanungsämtern, zuletzt Stadtbaudirektor Potsdam a.D.

Eingeladen sind neben den Gewerbetreibenden der Ladenstraße auch die politisch Verantwortlichen aus dem Bezirk.

Wir sind nicht prinzipiell gegen eine Bebauung, auch nicht gegen die Errichtung von kleineren Läden. Aber wir wehren uns gegen die – bisher ohne Bürgerbeteiligung! – geplanten monströsen Bauten inclusive eines riesigen Discounters, die eine unmittelbare Bedrohung für unsere Ladenstraße und auch für die Geschäfte in Zehlendorf-Mitte darstellen. Wir rechnen hierbei auch auf den Sachverstand und die Unterstützung der vielen Städteplanern und Architektinnen, die in unserer Siedlung wohnen.

Einladung zur Eröffnung der Bruno Taut Galerie und des Treffpunkts Siedlung, Malwettbewerb für Kinder

Juni 2010. Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,

der Verein Papageiensiedlung e.V. möchte Sie herzlich zur feierlichen Eröffnung unseres neuen Siedlungs-Treffpunkts und unserer Bruno-Taut-Galerie am 30.6. ab 17 Uhr in der Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte einladen. Unter anderem werden die Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Bürgerdienste, Cerstin Richter-Kotowski, sowie Vertreterinnen der Galerie und des Vereins reden. Die musikalische Umrahmung gestaltet der Saxophonist Joachim Gies.

Die neue Einrichtung geht auf Bemühungen der Nachbarschaftsinitiative Papageiensiedlung zurück, die sich inzwischen als Verein konstituiert hat. Der Haupteigentümer der Ladenstraße, die Immobilienverwaltung Ansorge, hat den Galeristinnen und dem Verein zwei bislang leer stehende Läden zur Zwischennutzung überlassen. Die neue Institution soll die Nachbarschaftlichkeit stärken, aber auch die Ladenstraße wieder aufwerten, die früher das soziale Zentrum der Siedlung war. Der „Treffpunkt Siedlung“ möchte folgende Anliegen bedienen:

*Anlauf- und Informationspunkt für Nachbarn und Bewohnerinnen

  • Anlauf- und Informationspunkt für Touristen und Besucherinnen
  • Vermittlung des Erbes von Bruno Taut – über Informationen, Vorträge, städtebauliche Führungen durch die Siedlung, Ausstellungen
  • Information über Aktivitäten der Nachbarschaftsinitiative bzw. des Vereins Papageiensiedlung und anderer Institution
  • Lesungen, Musikabende, Erzählcafés
  • Informationen über Denkmal- und Umweltschutz, Energiesparen, Gartenberatung, Mieterschutzbelange
  • Schwarzes Brett und Tauschbörse für nachbarschaftliche Dienstleistungen
  • Sammlung lokaler Missstände, Informationen über die Bezirkspolitik, Ortsbeirat, Sprechstunden von Bezirksabgeordneten

Malwettbewerb für Kinder
Liebe Kinder, habt ihr Lust zu malen? Der Verein Papageiensiedlung freut sich über eure Bilder von der Onkel-Tom-Siedlung. Alle werden in der Ladenstraße ausgestellt, die drei schönsten werden im „Treffpunkt Siedlung“ präsentiert und prämiert. Es geht um Straßenzüge, einzelne Häuser, Gärten und andere Details.

Malt, was Euch besonders gefällt, auf ein Din-A4-Blatt! Und bitte schreibt auf einem zweiten Blatt in ein
oder zwei Sätzen auf, warum ihr gerne in der Siedlung wohnt. Vergesst bitte nicht, hinten auf eure Zeichnung mit Bleistift euren Namen, Adresse und Telefonnummer zu notieren. Nicht mit Filzstift, das drückt durch.

Die Bilder und Texte werden danach in einem kleinen Buch zusammengefasst. Für das
Cover planen wir ein „Kiez-Kinder-Künstler-Foto“. Dazu werden wir euch dann gesondert einladen.

Bitte gebt die Bilder am 30.6., unserem Eröffnungstag, im„Treffpunkt Siedlung“ ab.

Neues zur Ladenstraße

Ende April 2010. Unsere Veranstaltung zur Ladenstraße (siehe unten) hat vieles in Gang gebracht, es gibt seitdem etliche Neuigkeiten rund um die Ladenstraße und unseren Kiez.

Fangen wir mit den schlechten Nachrichten an. Ein Antrag auf sogenannte PEB-Gelder der EU zur Errichtung eines ökosozialen „Modellkiezes“, formuliert vom Institut fhochx für zukunftsfähiges Wirtschaften, ist vom zuständigen Steuerungsausschuss des Bezirksamts unerwarteterweise abgelehnt worden. Diese Nachricht hat uns verwirrt, frustriert und enttäuscht, auch, weil nicht so recht klar wurde, warum der Antrag scheiterte – offenbar auch aus mangelnder Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren. Womöglich aber wird im September ein neuer Antrag gestellt.

Aber es gibt auch etliche gute Nachrichten:

Am 23.3. saßen Wirtschaftsstadträtin Barbara Loth, Baustadtrat Stäglin und andere Bezirksvertreter mit der Nachbarschaftsinitiative und den Eigentümervertretern an einem „Runden Tisch“ im Rathaus. Wir stellten unsere Fragebogenauswertung und unsere Zukunftsideen zur Ladenstraße vor und überreichten dem Bezirksamt professionelle Architektenpläne zur Neugestaltung der Ladenstraße und ihrer Vorplätze, gratis erstellt von unseren Initiativ-Mitgliedern Richard Röhrbein und Matthias Boye. Stäglin versprach, sich um die Vorplätze zu kümmern – denn allen anderen Verlautbarungen zum Trotz gab es hier bisher keinerlei konkrete Bezirksplanung. Loth war sichtlich angetan von unseren Ideen und versprach die Organisation weiterer Runder Tische.

Am 8. April gab es ein kleines Treffen zwischen Vertretern der Nachbarschaftsinitiative und Dieter Aßhauer als Vertreter der Gewerbetreibenden und des Eigentümers Ansorge wegen des städtebaulichen Wettbewerbs „MittendrIn in Berlin“. Auch hier war zu bemerken, dass unsere Ideen zur zukunftsfähigen Gestaltung der Ladenstraße (Nachbarschaftsladen, Solarmodule etc) anscheinend doch langsam ein Umdenken bewirken und auch in den Wettbewerbsbeitrag der Ladenstraße einfließen werden.

Ebenfalls sehr positiv und konstruktiv verlief am 20. April ein Treffen zwischen uns und der Familie Ansorge, der Haupteigentümerin in der Ladenstraße: Voraussichtlich Mitte Juni wird eine Kiez-Galerie in der Ladenstraße eröffnet, in der mehrere Künstlerinnen ihre Werke ausstellen wollen. Die Nachbarschaftsinitiative möchte die beiden nebeneinander liegenen Läden mitnutzen, sie wird mit historischen Fotos und einem “Mini-Museum” auf die städtebauliche Geschichte dieses einmaligen Ensembles verweisen und zu Kultur- und anderen Veranstaltungen einladen.

Veranstaltung zur Ladenstraße

Februar 2010. Unsere Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte ist einmalig in Berlin. Nirgendwo sonst kann man direkt im U-Bahnhof in so vielen verschiedenen Geschäften einkaufen, dazu noch in einem so schönen denkmalgeschützten Ensemble. Dennoch hat die Ladenstraße ihre frühere Funktion als sozialer Treffpunkt und Kommunikationsort zwischen den verschiedenen Teilen der Siedlung immer mehr verloren. Das verstärkt den Eindruck eines Abwärtstrends, etliche Läden stehen leer, immer mehr Bewohner scheinen verstärkt woanders einzukaufen.

Die Nachbarschaftsinitiative Papageiensiedlung hat deshalb am Samstag 13.2. um 15 Uhr im EMA-Gemeindehaus zu einer Veranstaltung zur Ladenstraße eingeladen. Dort wurden auch die Ergebnisse unserer Fragebogenaktion vorgestellt. Sie sind eindeutig:

  • Knapp ein Viertel der Lebensmittel-Käufer und gut ein Drittel der Gegenstands-Käufer sind am Abwandern
  • Die Mehrheit geht lieber in kleine Läden
  • Viele bevorzugen ökologische und sozial faire Waren
  • Ketten wie Aldi und Schlecker sind tendenziell unbeliebt
  • Am meisten gewünscht: Biowaren aller Art, Nachbarschaftscafé, Tauschbörse, Bürgerberatung
  • Viele wünschen Gestaltung der Vorplätze mit Radständern, Bänken, Grün etc.
  • Viele wünschen sich innovative Ideen wie sanfter Tourismus, Solarmodule etc.
  • Etliche wünschen sich mehr Licht, freundlichere Gestaltung und ein Gesamtkonzept
    Hier können Sie die Ergebnisse im Einzelnen als pdf-Datei herunterladen:

präsentation.pdf


PräsLangfassung.pdf


Büchertausch und Bücherverleih

Am Freitag, den 16.10., um 19.30 Uhr sind interessierte Bücherliebhaber eingeladen, Bücher zu tauschen, zu verleihen, vorzustellen, und zwar im Hochwildpfad 41.
Gleichzeitig ist das eine kleine Ausstellung: Barbara Ruf wird ihre Bilder zeigen.
Es gibt Tee, Wasser und Wein. Interessierte mögen bitte neben Büchern etwas zu essen mitbringen.

VERANSTALTUNGEN UND ERZÄHLCAFES

LADENSTRASSENFEST ZUM 80-JÄHRIGEN JUBILÄUM
Die Gewerbetreibenden der Ladenstraße dieses Jubiläum wollen das 80-jährige Jubiläum von Siedlung und Fertigstellung des U-Bahnhofs Onkel Toms Hütte feiern, und zwar am Samstag, den 17.10. Geplant sind drei Schwerpunkte:
– Fotoausstellung mit historischen Fotos
– Lotterie mit 80 Preisen
– Geführte Busfahrten mit historischen BVG-Bussen durch die Siedlung, Abfahrt jeweils 10.30, 11.30 und 12.30 Uhr. “Siedlungshistoriker” Richard Roehrbein wird die Touren fachlich leiten und den städtebaulich-historischen Hintergrund der Siedlung erklären.

In nächster Zeit plant die Nachbarschaftsinitiative eine Veranstaltung zum Thema Ladenstraße. Wie ist die gegenwärtige Lage (Leerstand, neue Vermietungen, Planungen des Bezirksamtes und der BVG)? Was kann man tun, um sie attraktiver zu machen? Wie können wir per bewusster Einkaufspolitik das erhalten, was uns lieb ist? Der Termin wird noch bekanntgegeben.

Im September hat die Nachbarschaftsinitiative ein Erzählcafé mit ZeitzeugInnen ebenfalls zum Thema 80 Jahre Papageiensiedlung und Ladenstraße abgehalten.

Nähere Einzelheiten siehe “Veranstaltungen”.

Denk mal - wir sind Denkmal

Unter diesem Motto haben sich Gewerbetreibende, Anlieger und Eigentümer rund um den U-Bahnhof Onkel Toms Hütte zusammengetan. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf planen sie für das Jahr 2009 verschiedene Veranstaltungen, um auf den architektonischen Wert des Ensembles Siedlung, Bahnhof und Ladenstraße hinzuweisen. Wer dazu noch Ideen hat, möge Frau Charnow im Laden Elektro Schäffler ansprechen. Mehr Infos unter www.ladenstrasse-oth.de

Natürlich ist damit auch bezweckt, die Ladenstraße als Einkaufsstraße wieder attraktiver zu machen. Die hohen Gewerbemieten und die aggressive Vorgehensweise diverser Ladenketten haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass immer mehr kleine Gewerbetreibende schließen mussten, was auch am gegenwärtigen hohen Leerstand sichtbar wird.

Die Privatmeinung der Webmasterin dazu: Bewusster einkaufen! Schlecker, Aldi & Co können sich nur so lange ausbreiten, wie sie Kunden haben. Wir Verbraucher haben es durchaus in der Hand, das Massensterben kleiner Läden aufzuhalten.